Wülfrath: FDP: „Stadt muss Bürger dringend über Regionalplan-Änderungen informieren“

Wülfrath : FDP: „Stadt muss Bürger dringend über Regionalplan-Änderungen informieren“

Vorsitzender Jürgen Merrath wirft der Verwaltung mangelnde Transparenz vor.

„Mehr Wohnbauland am Rhein“ will die Bezirksregierung mit der ersten Änderung des Regionalplans Düsseldorf vor allem im Speckgürtel der einwohnermäßig wachsenden Landeshauptstadt schaffen. Aktuelle Schätzungen für den Großraum gehen von einem zusätzlichen Bedarf von 45 000 Wohneinheiten bis 2040 aus. Unter den 100 jetzt im Fokus stehenden Flächen mit rund 1500 Hektar sind auch vier Wülfrather Areale: Düssel-West, In den Eschen, südlicher Flehenberg und Am Wasserturm. Dort könnten auf gut 20 Hektar 1250 Wohneinheiten entstehen. Gegen die Bebauung der Ackerflächen in Düssel für bis zu 800 Neubürger, die durch den S-Bahn-Anschluss Düssel-Hahnenfurth für Pendler besonders attraktiv werden könnten, hat sich bereits eine Bürgerinitiative gegründet. Auch am Flehenberg regt sich Protest.

Jetzt hat sich der FDP-Ortsverband bei seinem Stammtisch in der Gaststätte „Zum alten Rathaus“ mit dem Thema befasst. Über den Stand der Dinge informierte Vorsitzender Jürgen Merrath. Der Sachkundige Bürger appellierte an Bürgermeisterin Claudia Panke, in der Sache durch eine umfassende Information der Wülfrather endlich für Transparenz zu sorgen.

„Die Ratsmitglieder müssen sich doch von ihr veräppelt fühlen“, sagte Merrath. Mit Zitaten von Planungsamtsleiter Stefan Holl beziehungsweise des Technischen Dezernenten Martin Barnat und von Claudia Panke aus Ausschuss-Niederschriften und Medienberichten führte er an, dass die Aufnahme der Flächen auf Betreiben der Stadt in den Änderungsplan gekommen seien.

Nicht genügend Bauflächen
in der Innenstadt vorhanden

Noch habe die bauliche Verdichtung im Zentrum für die Stadt Vorrang, aber Wülfrath habe dauerhaft nicht genug Kapazitäten in der Innenstadt und deshalb seien die im Regionalplan vorgesehenen Allgemeinen Siedlungsbereiche wichtig für die Entwicklung der Stadt Wülfrath, gab Merearth eine Aussage von Panke wieder. „Um die strategisch angestrebte Erhöhung der Einkommenssteuereinnahmen durch Zuzug zu realisieren“, erklärte Merrath. Dazu müsse die Verwaltungschefin auch öffentlich stehen. „Und dann verleugnet sie den eigenen Vorschlag mit dem Hinweis darauf, dass der Regionalrat, das Beteiligungsverfahren mit Beschluss vom 27. Juni ja erst gestartet hat und somit noch nichts entschieden sei.“

Auch die Teilnahme der Stadt Wülfrath am europäischen Architekten-Wettbewerb „­Europan 15“ für die Planung von Düssel-West falle nicht einfach so vom Himmel (Start: 22. März, Abgabetermin: 28. Juli, Bekanntgabe des siegreichen Entwurfs: 22. Dezember). „Doch noch in der Sitzung des Ausschusses für Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung am 25. Juni hat sich die Verwaltung auf Anfrage des Flehenberg-Anwohners Sebstian Brauer dumm gestellt“, so der Liberale. Martin Barnat habe geantwortet: „Erst nach dem Beschluss des Regionalrates werden die Städte und Gemeinden zur Stellungnahme aufgefordert. In diesem Zusammenhang sind entsprechende Entscheidungen durch die politischen Gremien der Stadt zu fassen.“ Merrath fragt sich nun: „Wie soll das gehen? Die Frist für Stellungnahmen von Stadt und Bürgern läuft am 30. September ab. Eine Informationsveranstaltung hätte es schon im Juni geben müssen. Und der Rat tagt erst wieder am 1. Oktober.“