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Neviges/Wuppertal: Familienunternehmen wird 100 Jahre alt

Neviges/Wuppertal : Familienunternehmen wird 100 Jahre alt

Das Unternehmen Otto Schnell feiert das Jubiläum am 6. September mit 200 Gästen.

Wenn man nach einem Paradebeispiel für ein familiengeführtes mittelständisches Unternehmen mit Verankerung in der Region suchen würde, könnte man ohne Zögern die Otto Schnell GmbH & Co. KG am Dönberg wählen. Seit nunmehr 100 Jahren ist das metall- und kunststoffverarbeitende Unternehmen im Familienbesitz, mittlerweile wird es von der dritten Firmengeneration – den Brüdern Gerhard Jimmy und Peter Schnell – geleitet. Zudem arbeiten auch schon die Söhne der beiden – Michael und Christian Schnell – in dem Unternehmen. Und sogar die fünfte Generation ist mittlerweile im Betrieb tätig: Julia Schnell, die Tochter von Michael Schnell, arbeitet dort im kaufmännischen Bereich.

Für das Pressefoto am Firmensitz an der Dönberger Straße beziehungsweise dem Neuen Weg versammeln sich denn auch gleich fünf Vertreter aus drei Firmengenerationen. Gemeinsam können sie auf ein rundes Jubiläum vorausschauen, wurde das Unternehmen doch am 7. Oktober 1919 von Otto Schnell gegründet, damals noch als Fabrik für landwirtschaftliche Maschinen und Geräte im heutigen Velbert-Langenberg. Etwas früher wird das Jubiläum allerdings in diesem Jahr begangen: Für Freitag, 6. September, lädt das Unternehmen zur großen Feier ein. Es wird ein Festzelt für 200 Gäste aufgestellt, die rund 50 Mitarbeiter haben an dem Tag frei, um richtig mitfeiern zu können. Es gibt Betriebsführungen.

Anlässlich des Jubiläums wird auch eine Chronik präsentiert, die die Firmengeschichte zusammenfasst. „Die erscheint in einer Auflage von 400 Stück“, sagt Christian Schnell. In drei Etappen – orientiert an der Ägide der jeweiligen Geschäftsführer – wird dabei die Firmengeschichte nachgezeichnet.

Jahresumsatz liegt bei
vier bis fünf Millionen Euro

Es bedurfte und bedarf immer wieder „mutiger Investitionen in die sich abzeichnenden neuen technischen Standards“, erklären Gerhard Jimmy und Peter Schnell im Chronik-Vorwort. So hatte Firmengründer Otto Schnell in den 1950er Jahren in neueste Dreh- und Fräsmaschinen investiert, mit denen der Landmaschinenbetrieb in das Zeitalter der Lohnfertigung einstieg, die über den Bereich der Landwirtschaft hinausging und neue Branchen erschloss. Sein Sohn Gerhard Wilhelm Schnell investierte als Nachfolger ab den 1970er Jahren zunächst in NC- und später CNC-Drehmaschinen.

Begleitet wurde der Ausbau des Maschinenparks durch eine Erweiterung der Produktions-, Lager- und Verwaltungsflächen. Nachdem die Firma ihren Sitz viele Jahrzehnte an der Horather Straße gehabt hatte, erfolgte im Jahr 2000 der Umzug auf 9000 Quadratmeter am Neuen Weg – nur die Schweißerei blieb am alten Standort. Das Unternehmen plant gerade den Bau einer vierten Halle am Standort.

Rund „30 Kernkunden“ gibt es derzeit, der Markt liegt vor allem in Deutschland, erzählt Peter Schnell. Der Jahresumsatz liegt bei vier bis fünf Millionen Euro. „Wir haben noch keine Krise“, sagt er. Allerdings seien bei einigen Kunden auch schon Auftragsrückgänge zu verzeichnen. Wichtig sei es deshalb, auf einen „Branchenmix“ zu setzen, ergänzt Sohn Christian. Dadurch werde man nicht gleich von Auftragsrückgängen auf einem Geschäftsfeld erfasst. Ein Beispiel ist die Automobilbranche: Zwischenzeitlich hatte das Dönberger Unternehmen eine große Produktionslinie für VW eingerichtet und Einmassenschwungräder in hoher Stückzahl hergestellt. Ein Maschinenpark mit neun Zerspanungs- und vier Spezialmaschinen musste dafür aufgebaut werden. Mittlerweile sei der Anteil an der Produktion durch Aufträge aus der Automobilbranche aber wieder zurückgegangen. Weitere Auftraggeber kommen aus den Bereichen Windenergie, Bahntechnik, Berg- und Schiffsbau sowie Landwirtschaft.