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Fall Knapp in Velbert: „Mord verjährt nie“

Fall Knapp in Velbert: „Mord verjährt nie“

19 Monate nach der Tat vom Täter noch immer keine Spur.

Velbert. Eine schrecklich Nachricht machte im Februar vergangenen Jahres in Velbert die Runde: Die 47 Jahre alte Stewardess Claudia Knapp wurde mitten in der Innenstadt, an der Friedrichstraße, von ihrem Sohn in der Wohnung tot aufgefunden. Schnell stellte sich heraus, dass die Frau ermordet worden war.

Doch heute, 19 Monate nach der Tat, gibt es noch immer keine Spur vom Täter. Ulrich Löhe, Sprecher der Kreispolizei Mettmann: "Wir haben zurzeit alle Möglichkeiten, den Täter zu finden, ausgeschöpft."

Rückblick: Im Februar wird eine 16-köpfige Mordkommission gebildet, die zunächst in alle Richtungen ermittelt. In Augenschein genommen wird sowohl der Familien- und Bekanntenkreis als auch das berufliche Umfeld der Velberterin.

Die Mordkommision, bestehend aus Vertretern der Kreispolizeibehörde Mettmann und der Düsseldorfer Kriminalpolizei, findet heraus, dass das Mordopfer Claudia Knapp Mitglied im Velberter Fitness-Studio "Area One" war.

Im April 2007, zwei Monate nach der Tat, wird eine DNA-Reihenuntersuchung in Velbert durchgeführt. 560 bis 580 Männer, die ebenfalls im Studio Mitglied waren, werden aufgefordert, eine Speichelprobe abzugeben.

"Bis vor einigen Wochen haben wir immer noch neue Speichelproben entgegen genommen. Aber es gibt keine Übereinstimmung mit der am Tatort gesicherten DNA-Spur", sagt Ulrich Löhe unserer Redaktion. Die Ermittlung habe sich über einen langen Zeitraum hingezogen.

Einige Studio-Mitglieder hätten sich zunächst geweigert, eine Probe abzugeben und hätten überredet werden müssen, zu kooperieren. "Leute, die sich weigern, eine Probe abzugeben, müssen sich dann ein paar mehr Fragen gefallen lassen."

Die Mordkommission wurde seit der erfolglosen DNA-Reihenuntersuchung sukzessive verkleinert. Mittlerweile kümmert sich nur noch ein Sachbearbeiter von der Kripo Düsseldorf um den Fall. Er reagiert auf Hinweise aus der Bevölkerung und steht als Ansprechpartner zur Verfügung.

"Das Verfahren ruht", sagt Löhe. "Das heißt aber nicht, dass der Täter sich in Sicherheit wiegen kann. Wir gehen jedem Hinweis nach. Mord verjährt nie."