Experten für Altersmedizin

Infos rund um Krankheiten im Alter bietet eine Reihe im Krankenhaus St. Elisabeth. Das Hospital hat den Antrag für eine neurologische Klinik gestellt.

Neviges. Da ist Dr. Dag Schütz, Chefarzt am St. Elisabeth-Krankenhaus, selbstbewusst: „Wir haben in Sachen Altersmedizin das gesamte Diagnostikspektrum in einer Hand vor Ort.“ Damit könne die geplante Fachabteilung des Klinikums Niederberg nicht aufwarten.

„In der Gründungsphase wird es eine Lernschleife geben“, sagt Pit Zimmermann, Kaufmännischer Direktor St. Elisabeth. Und Pressesprecher Wolfgang Peetz fasst zusammen: „Während das Klinikum in der Gerontologie lernen muss, haben wir eine 32-jährige Erfahrung.“

Auf Nachfrage der WZ räumen Schütz und Zimmermann ein, dass die Aktivitäten im Klinikum Niederberg Auswirkungen auf St. Elisabeth haben werden. „Das ist Konkurrenz“, sagt Zimmermann. „Die Ströme werden sich verändern“, weiß Schütz, „wir werden auch Patienten verlieren“.

Und so ist auch vor diesem Hintergrund die Informationsreihe zu verstehen, mit der sich das Nevigeser Krankenhaus als der Experte in der Altersmedizin präsentiert: „Kompetenzzentrum Gesundes Alter“ sind die zehn Veranstaltungen überschrieben. „Das ist eine Fortbildungsserie“, betont Schütz.

Start ist schon am 25. Januar. Dann geht es um das Thema Sturzvermeidung. „Ein wichtiges Thema. Der Sturz ist oft der Anfang vom Ende“, sagt Schütz. Viele Betroffene würden sich von einer Sturzverletzung nicht mehr erholen.

Fachärztin Grit Pape, seit September Leiterin der Tagesklinik in Neviges, befasst sich am 23. Februar mit Diabetes und wie die Krankheit behandelt werden kann.

Dass das Alter Hauptrisikofaktor für einen Schlaganfall ist, unterstreicht Karsten Kohlhaas, Leiter des Instituts für Neurologie. In seinem Vortrag am 28. März wird er die Akut-Behandlung in den Mittelpunkt stellen. „Alles entscheidend für den Verlauf sind die ersten drei Stunden nach dem Anfall“, weiß er. 50 Prozent der Patienten kämen zu spät.

Um den Stellenwert der Schlaganfall-Behandlung weiter zu erhöhen, ist die Einrichtung einer speziellen Schlaganfall-Einheit bereits geplant. „Ärztliche Kollegen und Pflegepersonal werden besonders geschult, Sinne werden geschärft“, sagt Kohlhaas. „Wir wollen das Thema intensiver angehen. Und die Patienten profitieren davon.“

Dazu zählt auch, dass das Krankenhaus inzwischen den Antrag zur Einrichtung einer neurologischen Klinik gestellt hat, wie Zimmermann bestätigt. „Mehr kann aber noch nicht gesagt werden. Das Verfahren läuft,“ fügt er hinzu.

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