Velbert : „Er ist das Gesicht der Kultur“

Ulrich Morgenroth wechselt vom Museumsleiter zum Kulturreferenten.

Der langjährige Leiter des Deutschen Schloss- und Beschlägemuseums in Velbert, Ulrich Morgenroth, hat seit Anfang Oktober als Kulturreferent der Stadt vielseitige Aufgaben im Bereich der Kulturförderung, der Projektarbeit und der Begleitung des Kulturausschusses übernommen. „Der Kulturbereich war einmal anders aufgestellt. Mittlerweile ist der Fachbereich 6 sehr aufgesplittet, niemand ist da, der alles aus einer Hand macht“, beschreibt der Beigeordnete Gerno Böll die Situation. „Nachbarstädte wie zum Beispiel Wuppertal haben ein Kulturbüro. Dr. Morgenroth hat die Geschäftsführung im Kulturausschuss, er ist das Gesicht der Kultur.“

Seit 2005 mit der Kulturszene Velberts verbunden

Der gebürtige Münsteraner und promovierte Archäologe kam vor 19 Jahren in die Stadt der Schlosser und Beschläge. Damals war er im Museum als Kustos tätig, das er 2005 als Leiter übernahm. „Ich freue mich auf diese neue Aufgabe. Da habe ich mit all den Leuten zu tun, mit denen ich früher schon zusammengearbeitet habe. Es gab Ausstellungen mit der Alldie-Kunst, ich bin im Geschichtsverein Velbert aktiv. Ich möchte alle Kulturschaffenden in Velbert unterstützen.“

Auf die Nachfrage der Westdeutschen Zeitung, warum der Wechsel vom Museumsleiter zum Kulturreferenten ausgerechnet in der Phase des Umzugs und Neubaus des einzigartigen Museums rund um die Sicherheitstechnik erfolgt, gab es keine erschöpfende Auskunft. „Das ist eine Möglichkeit, sich persönlich weiterzuentwickeln“, so die Darstellung des Kulturdezernenten Böll. „Das ist eine Aufgabe mit vielen Möglichkeiten, Dinge auf den Weg zu bringen. Wir wollten jemanden, der aus der Kultur kommt und der viel bewegt hat. Ein zweites Standbein kommt im nächsten Jahr hinzu, wenn Morgenroth die Leitung des Stadtarchivs übernimmt, Herr Schotten in den Ruhestand geht.“

Die jetzige Phase des wegen der Pandemie erzwungenen Stillstandes in der Kultur möchte der neue Kulturreferent für die Vorbereitung nutzen: „Dann sind wir gut aufgestellt, wenn es wieder losgeht“, so Ulrich Morgenroth, der sich außerdem auf eine gute Zusammenarbeit mit den Kollegen im Kreis Mettmann stützen kann. Ein weiterer Bereich ist der der zahlreichen kulturellen Stiftungen, die der Stadt anvertraut sind. „Da hat kaum einer den Überblick“, weiß Gerno Böll, der selber keine Kapazitäten hat, um alle Fördermöglichkeiten der Kulturschaffenden auszuschöpfen. „Das ist ein große Entlastung für mich. Die neue Stabsstelle signalisiert nach außen, dass Kulturförderung einen großen Stellenwert haben soll.“ Der Kulturreferent wird nicht nur Förderprogramme nach Velbert holen, sondern auch die Kultur im öffentlichen Raum fördern, in dem zum Beispiel Flächen für Graffitikünstler bereit gestellt werden. Künftig möchte man die Kultur nicht irgendwelchen Zufällen überlassen, so wie es beim dem überaus erfolgreichen „Viertelklängen“ der Fall war.