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Ellenbeek: Bürgermeisterin hofft auf den Wandel

Ellenbeek: Bürgermeisterin hofft auf den Wandel

Kann der rote Platz ohne neuen Einzelhandel wiederbelebt werden? Panke glaubt: Ja — wenn alle mitmachen.

Wülfrath. Der erste Dominostein wurde vor zwei Jahren umgestoßen. Damals zog sich der Discounter Aldi vom roten Platz zurück, in der Folge wurde es immer einsamer am einstigen Dreh- und Angelpunkt der Ellenbeek. Inzwischen ist es dort tagsüber wie ausgestorben, zuletzt gab die Sparkasse ihre Filiale auf, weil die Kundschaft ausblieb. Claudia Högner, Vorsitzende des Stadtteilvereins, sieht im Stadtteilcafé höchstens noch ein paar bekannte Gesichter. „Es gibt hier keine Laufkundschaft mehr“, stellt sie fest.

Dass der Stadtteil ausstirbt, kann sich Bürgermeisterin Claudia Panke nicht vorstellen. Sie sieht jedoch den Handlungsbedarf. „Die Ellenbeek ist kein Problembezirk. Wir müssen aber aufpassen, dass es keiner wird“, sagt sie. Im September möchte sie mit der Politik zusammen das Thema beim Demografie-Workshop ansprechen.

Panke macht jedoch klar, dass eine Lösung für die Ellenbeek nicht mit einem Schlag kommen wird. „Es wird keinen Startschuss geben. So etwas ist ein laufender Prozess“, erklärt sie. Und der sei auch bereits in Gang gesetzt. Als Positivbeispiele nennt Panke das Mehrgenerationenprojekt Ellenbeek als Sammelbecken guter Ideen fürs Viertel und die Kulturkirche. Das ehemalige evangelische Gotteshaus wird ab dem 5. September wieder mit Leben gefüllt — in Form von Musik und Kunst.

Ein Anfang. Doch Claudia Högner nennt die Bedenken: „Durch den Wegzug von Aldi ist eine große Lücke entstanden, die sich wohl nicht mehr schließen lässt.“ Claudia Panke sieht die Chancen auf einen neuen Anker-Markt an dieser Stelle als gering an. „Da beißt sich unsere Wirtschaftsförderung schon seit Jahren die Zähne aus“, sagt sie. Die ungünstige Lage und die geringe Immobilien-Größe halten potenzielle Nachmieter ab.

Die Bürgermeisterin glaubt, dass der Platz auf lange Sicht seine Aufenthaltsqualität wieder zurückerlangen könnte. „Aber vielleicht in einer anderen Form, nicht unbedingt über den Einzelhandel“, überlegt die Verwaltungschefin. Der Wandel werde jedoch nur gelingen, wenn alle mitmachen. Daher könne der Weg zu einem neuen Quartier Ellenbeek nur über den Austausch mit den Anwohnern gehen.