Velbert : Einmal pro Monat gratis ins Museum

Der Kulturausschuss hat Änderung der Preisstruktur für das neue Aushängeschild der Schloss- und Beschlagindustrie zugestimmt.

„An dem Spruch ,Was nichts kostet, das ist auch nichts’ ist etwas dran“, ist Nico Schmidt überzeugt. Deshalb forderte der CDU-Ratsherr im Ausschuss für Kultur- und Sportförderung weiterhin Eintritt für das neue Deutsche Schloss- und Beschlägemuseum zu erheben: „Kultur kostet immer etwas. Ich tue mich schwer damit, das kostenlos zu machen. Ein Eintrittspreis zeigt einen gewissen Wert an.“

Harry Gohr (Die Linke) wollte das Haus ein Jahr lang umsonst öffnen, die FDP stellte den Antrag, die Dauerausstellung dauerhaft für Einzelbesucher kostenlos zu machen, um die Schwellenangst zu nehmen. Außerdem wollten die Liberalen dies als einen Neustart einer Stätte der historischen Identität Velberts verstanden wissen. Schließlich folgte die Mehrheit dem Vorschlag des Museumsteams, dass der Eintritt in den ersten zwei Monaten nach der Eröffnung frei sein wird, außer bei Führungen, Workshops oder anderen Veranstaltungen.

Erwachsene Begleiter eines Kindes zahlen keinen Eintritt

Ferner hatte die Verwaltung der Politik nahegelegt, dass nach diesen beiden Monaten immer mittwochs freier Eintritt gewährt wird. „Da machen wir doch besser ein freies Wochenende im Monat draus, das ist viel familienfreundlicher“, schlug Nico Schmidt vor. Dem konnte sich die Mehrheit anschließen, ebenso der Unionsidee, auf eine Familienkarte zu verzichten, statt dessen zahlt nur ein Kind, der erwachsene Begleiter nichts. Der reguläre Eintrittspreis für das neue Museum wird von bisher drei auf vier Euro angehoben, der ermäßigte Preis von einem Euro verdoppelt sich. Kostenfrei ist der Museumsbesuch für Kinder unter sechs Jahren, für Velberter Schulen und Kitas, Mitglieder der Förderungsgemeinschaft, Inhaber von Ehrenamtskarten, Mitglieder des International Council of Museums sowie Schwerbehinderte mit Begleitperson und Neubürger.

In der Vergangenheit waren die Einnahmen aus den Eintrittsgeldern nicht sehr üppig: So wurden im Jahr 2017 insgesamt 4193,50 Euro und in 2018 insgesamt 4368 Euro eingenommen, ein monatlicher Durchschnitt von 356,73 Euro. Darunter fallen die normalen Eintrittskarten und die Gruppeneintritte ab zwölf Personen (zwei Euro, 50 Cent ermäßigt). Nicht eingerechnet waren die Entgelte für Führungen, Kindergeburtstage, Audioguides, Ferienaktionen und sonstige Sonderveranstaltungen. Führungen für Gruppen bis 30 Personen werden künftig während der Öffnungszeiten 40 statt bisher 30 Euro kosten, außerhalb der Öffnungszeiten kommen 20 Euro drauf.

Der Ausschuss folgte dem Antrag der SPD, die Öffnungszeiten von dienstags bis samstags von 10 bis 18 Uhr festzulegen, sonntags von 12 bis 18 Uhr; wie in allen Museen ist der Montag der Ruhetag.

Einen Preis für den Escape-Room hatte Projektleiterin Yvonne Gönster bewusst noch nicht vorgestellt „Wir wollen den erst einmal bauen, dann kann man schauen, was man ansetzt. An anderen Orten sind das so zwischen 60 und 100 Euro. Hinzu kommt, dass diese Räume auch immer verändert werden.“ Ausschussvorsitzende Martin Schwarz (Piratenpartei) zeigte sich flexibel: „Da warten wir mal die Testphase ab und lassen der Verwaltung freie Hand.“

„Im Sommer wird das Museum fertig“, verspricht Kulturdezernent Gerno Böll. Die Bereiche der neuen Ausstellungshalle nehmen langsam Formen an: Die Esse der bekannten Wönnemann’schen Schmiede steht, freilich nur als eine Attrappe. „Draußen vor dem Eingang haben wir Platz für Schmiedeaktionen mit echtem Feuer“, kündigt Yvonne Gönster an und blickt aus dem Foyer durch das große Fenster nach draußen, wo sich die Pflasterer vom Regen bei ihrer Arbeit nicht beeindrucken lassen.

Die Eingangshalle zu dem Museumsneubau neben der Villa Herminghaus bietet noch eine Besonderheit: Die Theke inklusive Kasse wird von den Mitarbeiterinnen der Velbert Marketing Gesellschaft (VMG) betreut, die neben den Tickets für das Museum die gesamte Palette rund um Erlebnisse in Velbert anbieten.