Wülfrath : Eine Traurednerin aus Leidenschaft

Imvergangenen Jahr hat Sabine Emmerich geheiratet – ihre eigene Hochzeit hat ihr den Weg in eine neue Berufung geebnet.

. In die romantischen Geschichten ihrer Brautpaare eintauchen. Das ist einer der Wünsche, der Sabine Emmerich ihr Vorhaben- künftig als Traurednerin aktiv zu sein- in die Tat umsetzen ließ. Seit Anfang dieses Jahres hat sich die Wülfratherin, die in Flandersbach wohnt, mit ihrer „Berufung“ selbstständig gemacht. Auf die neue Berufsidee ist Sabine Emmerich durch ihre eigene Hochzeit gekommen. Diese fand Mitte August vergangenen Jahres in ihrem heimischen Garten statt. Begleitet von einer freien Traurednerin. „Sie hat uns wirklich die gesamte Zeit unterstützt und die Hochzeit mit vorbereitet, danach wollte ich gleich weiterplanen“, erinnert sich die mittlerweile selbstständige Traurednerin.

Und weil überhaupt ein guter Zeitpunkt war, um neue Vorsätze zu schaffen und alte Gepflogenheiten über den Haufen zu werfen, hat Sabine Emmerich nicht lange überlegt und sich Mentoren gesucht. „Ich wollte mich nicht kopflos in dieses Vorhaben begeben. Deshalb habe ich mich zertifizieren lassen, eine Ausbildung gemacht und mir Menschen gesucht, die mich schulen und begleiten“, erklärt sie ihren Weg bis hin zur „fertigen“ Traurednerin.

Auch die Zeit scheint für Sabine Emmerich gut gewählt, denn der Markt an unverheirateten, aber durchaus gewillten Brautpaaren, ist groß. „Schließlich sind im vergangenen Jahr viele Hochzeiten auf Grund des Corona-Virus ausgefallen“, ist sich die Wülfratherin sicher. Individuell und persönlich soll der besondere Tag jedes einzelnen Brautpaares sein. Und daran möchte Sabine Emmerich mitwirken. Wichtig ist dabei, dass die Chemie stimmt. „Das ist das A und O“, gibt sie direkt zu Beginn wieder. Daher ist das erste Treffen mit dem Brautpaar auch kostenlos und unverbindlich. „Man muss sich kennenlernen und gucken, ob es passt.“ So richtig in die Tiefe geht es aber erst beim nächsten Gespräch. Dann nämlich möchte Sabine Emmerich wissen, wie sich das Paar kennengelernt hat, was sie aneinander mögen – oder auch nicht mögen. Denn die Trauung selbst, die wird individuell und passgenau „zugeschnitten“. Die wird es dann kein zweites Mal geben.
„Ich habe schon immer gerne mit Menschen zusammengearbeitet und bin zudem noch in einer Behinderteneinrichtung in Mettmann tätig. Ich bin ein Bauchmensch und freue mich auf die romantischen Geschichten, die ich erfahren werde“, gibt die Traurednerin wieder. Bisher ist es aber noch zu keiner Trauung gekommen. Die liegen aktuell noch in weiter Ferne. „Im August und September habe ich meine ersten Termine. Aber das sind eigentlich sowieso die klassischen Hochzeitsmonate“, so Sabine Emmerich zuversichtlich.

Einen weiteren Bogen möchte die Wülfratherin zu weiteren, lokalen Anbietern schlagen. Eine Kooperation mit einem lokalen Fotografen hat sie bereits getroffen, weitere sollen folgen. „Wir haben eigentlich alles vor Ort, was man für eine perfekte Hochzeit benötigt“, ist sich Sabine Emmerich sicher. Zuständig ist sie übrigens nicht nur für Wülfrath. Obwohl Sabine Emmerich nach eigenen Angaben „die einzige Traurednerin“ der Stadt ist, möchte sie ihren Kreis erweitern und zieht einen Radius von 30 bis 40 Kilometer. Weiter entfernte Trauungen können auf Nachfrage aber auch realisiert werden. Als Traurednerin ist Sabine Emmerich allerdings kein Ersatz für die standesamtliche Trauung. Die muss ein Brautpaar – möchte es sich nach der Hochzeit auch tatsächlich im rechtlichen Sinne „verheiratet“ nennen – trotzdem vollziehen. Als Traurednerin ist das Arbeitsfeld der Liebe aber breit gestreut. „Gerne bereite ich auch eine Auffrischung des Eheversprechens oder eine zweite Hochzeit vor“, so Sabine Emmerich abschließend. „Da bin ich ganz flexibel und freue mich auf meine berufliche Zukunft.“