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Wülfrath: Ein kleiner Piks rettet Menschenleben

Wülfrath : Ein kleiner Piks rettet Menschenleben

Trotz der Ferienzeit kamen zahlreiche Wülfrather Bürger zur Blutspende des Deutschen Roten Kreuzes im Awo-Haus.

Sommerzeit – Ferienzeit, da mangelt es regelmäßig an Blutspendern. In Wülfrath sind sich die Spender ihrer Verantwortung bewusst: „Als wir aufmachten, standen schon zehn Leute bereit“, zeigte sich Irmgard Fritsche angenehm überrascht. Trotz Sommerhitze und Urlaub waren die Helfer des DRK-Ortvereins Wülfrath mit der Resonanz zufrieden.

Brigitte Croll-Dietrich verlangt von jedem Spender den Personalausweis oder Pass, und wenn vorhanden, auch den Spenderausweis. Daneben möchte sie den Namen des Hausarztes wissen. „Sollten sich bei der Laboruntersuchung des Blutes Anhaltspunkt für eine Krankheit ergeben, wird der weitere Untersuchungen machen.“ Anschließend bittet sie, Platz zu nehmen, denn vor jeder Spende steht eine ärztliche Untersuchung an.

Arzt führt vorab ein intensives Gespräch mit jedem Spender

Diesmal mussten sich die Wülfrather ein bisschen länger als sonst gedulden, weil nur ein Arzt es DRK-Blutspendedienstes West aus Ratingen-Breitscheid zur Verfügung stand. Der Mediziner führt ein ausführliches Gespräch zu Krankheiten und dem Gesundheitszustand des möglichen Spenders, misst Temperatur, Blutdruck, Puls und bestimmt den Blutfarbstoff. Die erfahrenen Helfer des Teams setzen die Kanüle in die Ellenbogenvene des Spenders. Fünf bis zehn Minuten dauert es, bis 500 Milliliter Blut in den sterilen Beutel geflossen sind. Anschließend sollen sich die Spender noch ein wenig ausruhen. Damit die Blutbildung im Körper angeregt wird, tischen die Helfer belegte Brötchen, Kuchen, Kaffee und kalte Getränke auf. Irmgrad Fritsche macht darauf aufmerksam, dass vor und nach der Spende viel getrunken wird. „Besonders bei dem warmen Wetter ist das wichtig“.

Die meisten Spender sind von robuster Natur. „Es ist schon lange her, dass mal einer kollabiert ist. Glücklicherweise ist ja immer ein Arzt vor Ort, der sofort helfen kann.“ Mit dem kleinen Pieks und dem Verlust von einem halben Liter Blut wollen die Spender jenen Menschen helfen, die nach Unfällen, in der Krebstherapie oder nach Operationen auf den besonderen Saft angewiesen sind.

Das ist auch die Motivation der 21-jährigen Erstspenderin, die gleich mit Mutter und Vater kam, aber ihren Namen nicht nennen wollte: „Ich finde das ein gute Sache. Vielleicht bin ich ja mal selber auf so eine Spende angewiesen.“

Hartmut Luberich ist bereits zum 49. Mal zum Aderlass erschienen: „Ich bin durch einen Kollegen dazugekommen. Ich habe mich informiert, Blut spenden ist dringend notwendig, gesund ist es auch, ich kann nur jedem empfehlen, das zu machen. Auch wenn die eigentliche Blutspende nur zehn Minuten dauert, sollte man eine gute Stunde Zeit mitbringen.“

Neue Studien zeigen, dass regelmäßiges Spenden den Blutdruck senken kann und damit das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Schlaganfällen. Nach einer Spende entstehen vermehrt frische rote Blutkörperchen. Sie sind elastischer und sorgen dafür, dass das Herz das Blut leichter und mit weniger Druck pumpt. Cholesterin wird nachweislich aus dem Körper geschwemmt. Viele Spender fühlen sich bereits nach einigen Tagen vitaler als vorher. Ein weiterer positiver Nebeneffekt einer regelmäßigen Blutspende ist die Tatsache, dass es dem Körper leichter fällt, freie Radikale zu neutralisieren. Professor Andreas Michalsen, Stiftungsprofessor für klinische Naturheilkunde am Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie der Charité Berlin geht sogar davon aus, dass Blutspender dadurch seltener an Erkältungen erkranken und eine bessere Immunabwehr aufweisen. Die positive Auswirkung der Blutspende kann eine DRK-Helferin nur bestätigen: „Ich schicke meinen Mann regelmäßig zur Blutspende, der ist danach sehr ausgeglichen.“