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Velbert/Neviges: Ein Buch voller glücklicher Momente

Velbert/Neviges : Ein Buch voller glücklicher Momente

Der Autor Dieter Klemp sammelte die schönsten Augenblicke vieler Velberter und Nevigeser. Auch von Prominenten.

. „Das letzte Buch über den Umgang der Velberter mit Tod und Trauer wollte keiner haben, das ist wohl immer noch ein großes Tabuthema“, musste Dieter Klemp feststellen. Weil er damit im wahrsten Sinne des Wortes kein Glück hatte, nannte er sein neustes Werk „Glück – Velberter erzählen von ihren Glücksmomenten“. Rund 70 Velberter, darunter etliche Prominente, haben dem ehemaligen Vermessungstechniker ihre glücklichsten Augenblicke anvertraut.

Der Nevigeser Segelflieger Jürgen Puck ist glücklich, wenn er an der Schnittstelle zwischen Technik und Natur im Aufwind mit den Schwalben, Bussarden und Milanen unterwegs ist und hinterher mit den Kollegen darüber schwärmen kann.

Als Sascha Stemberg seinen ersten Stern erhielt, bezeichnete er das als harte Arbeit und weniger als Glück. „Glück hatte ich mit meinen Eltern und den anderen Generationen davor, dass sie mir so ein wundervolles Gasthaus überlassen haben, aus dem ich das machen konnte, was es heute ist.“

Bei Heinz Josef Pröpper stellten sich die Glücksgefühle erst allmählich ein, als er im Herbst im Rahmen der Hubertusmesse im Mariendom durch Bürgermeister Dirk Lukrafka den Ehrentaler der Stadt Velbert für seine Verdienste um das Erste Fanfarencorps Neviges erhielt.

Karl-Heinz Neppig machten seine Mammutwanderungen glücklich, die in aller Frühe begannen. Ein beeindruckendes Glückserlebnis war für ihn, wie einmal die Sonne in Nebelschwaden aufging.

Für die Science-Fiction-Autorin Jacquliene Montemurri-Jarnicki ist unter anderem Glück, in Neviges zu leben, „einem Örtchen mit historischem Hintergrund, die Landschaft und Vögel zu fotografieren.“

Dieter Klemp beleuchtet ganz verschiedene Aspekte des Glücks

Manfred Hagling war über besondere Glückwünsche glücklich: Zum 25-jährigen Jubiläum des Rhythmus-Chores gratulierte Ministerpräsident Johannes Rau, zum 35-jährigen war es Hannelore Kraft und zum 40. Domkonzert sandte sogar Papst Franziskus seine besten Glückwünsche.

Martin Bürgener, der Inhaber einer Tönisheider Werbeagentur und wohnhaft in Velbert-Mitte fühlt sich einfach glücklich, weil er in einer Minute im Herminghauspark und auf dem Panoramaradweg ist. Ein ganz besonderer Glücksmoment war es für ihn, als er in den Lionsclub Velbert-Heiligenhaus aufgenommen wurde. „Es ist etwas ganz Besonders, dabei zu sein. Da sind so viele tolle Menschen dabei, die wie ich helfen wollen.“

Glück spielt mitunter in der Politik ein Rolle: Als es nach der Kommunalwahl am 19. März 1963 im Velberter Stadtrat eine Pattsituation gab, musste nach mehreren entscheidungslosen Wahlgängen gemäß Paragraf 32 der Gemeindeordnung das Los entscheiden: Hans Otto Bäumer war der Glückliche.

In seinem Buch hat Dieter Klemp viele Aspekte des Glücks beleuchtet, vom Glückspfennig bis zum Gruß der Bergleute. Doch nicht immer bringen Glückssymbole den erhofften Erfolg. Die Erfahrung machte der junge Feldhandballer Klemp bei einem Pfingstturnier, als er hinter einem Tor vierblättige Kleeblätter fand und kein Glück bei den anschließenden Spielen hatte. „Glück kann eben Talent und Trainingsfleiß nicht ersetzen“, so das Fazit des Freizeitsportlers. Großes Glück hatte er vor 20 Jahren bei einem Unfall auf einer Autobahn in Brandenburg: „Glück gehabt, wenn ich voll beladen gewesen wäre, hätte ich Dich platt gemacht“, resümierte der nachfolgende Lkw-Fahrer.