Velbert : „Eberhard“ macht viel Kleinholz

Die Velberter Feuerwehr zählte bis zum Abend mehr als 50 sturmbedingte Einsätze. Neviges kam glimpflich davon.

Während des stürmischen Wochenendes setzte Tief „Eberhard“ am Sonntag einen unrühmlichen Höhepunkt: Dachziegel stürzten von Dächern, Fassaden wurden beschädigt, vor allem sorgten zahlreiche Bäume für Arbeit, die unter dem Druck der schweren Böen, die teilweise Orkanstärke erreichen sollten, umstürzten und Straßen blockierten. Der Einsatzschwerpunkt der Feuerwehr lag auf Velbert-Mitte und Langenberg, während Neviges deutlich glimpflicher davon kam. Verletzt wurde glücklicherweise niemand. Die Polizei verzeichnete insgesamt 23 Einsätze wegen herabgestürzter Dachziegel und blockierter Straßen.

Aufgrund der sehr konkreten Wettervorhersage des Deutschen Wetterdienstes hatte die Einsatzleitung der Feuerwehr beschlossen, gegen 13.50 Uhr alle ehrenamtlichen Kräfte zu alarmieren. So standen die berufliche Wache und alle sieben freiwilligen Löschzüge mit insgesamt 156 Einsatzkräften in den vier Velberter Wachen und Gerätehäusern bereit, als „Eberhard“ kurz darauf richtig loslegte und der Feuerwehr Einsätze zum Teil im Minutentakt bescherte.

Dabei zeigte sich im Wallfahrtsort, wie gefährlich das Arbeiten im Sturm sein kann: Wie der stellvertretende Velberter Wehrleiter und Chef der Nevigeser Löschzüge, Stadtbrandinspektor Tobias Flentje-Meier, auf WZ-Nachfrage berichtete, waren die Einsatzkräfte am Homberger Weg gerade dabei, drei umgestürzte Bäume mit Kettensägen zu zerteilen, als in unmittelbarer Nähe zwei weitere Bäume umfielen. Zum Glück kam niemand Schaden – bei derartigen Einsätzen werden in der Regel Sicherungsposten eingesetzt, die das Umfeld während der Arbeiten genau beobachten.

Neben den Motorsägen kam an mehreren Gebäuden im gesamten Stadtgebiet – so auch bei einer großen Tönisheider Firma – die Drehleiter zum Einsatz, um lose Dachziegel oder Fassadenteile zu sichern oder zu entfernen, soweit diese nicht schon herabgerissen waren. Des weiteren wurde umgewehte Bauschilder und -zäune wieder aufgerichtet. An der Wülfrather Straße in Tönisheide sammelte die Wehr außerdem ein vom Winde verwehtes Dixi-Klo ein.

Umgestürzte Bäume beschädigten Strom- und Telefonleitungen

Längere Zeit beschäftigt waren die Einsatzkräfte in Velbert unter anderem am Rosentaler Weg, wo drei umgestürzte Bäume nicht nur die Straße blockierten, sondern auch eine Freileitung abgerissen hatten. Deutlich heftiger hatte es die Hefeler Straße getroffen: Zwischen Schwanefeld und Hespertal verhinderten mehrere Bäume jegliches Durchkommen, hatten außerdem Strom- und Telefonleitungen beschädigt. Aufgrund des Umfangs der Einsatzstelle – zur Sicherung hätten weitere Bäume gefällt werden müssen – stellte die Feuerwehr die zeitweilig begonnenen Arbeiten ein, sperrte die Hefeler Straße und informierte den zuständigen Straßenbaulastträger. Dessen Aufräumarbeiten dauerten den gestrigen Tag über an. An der Kettwiger Straße riss der Sturm eine Ampel um; die Feuerwehr sicherte die Einsatzstelle, da nach dem Abknicken Stromleitungen frei lagen.

In Langenberg war erneut die Hordtstraße besonders betroffen. Zwei große Bäume und mehrere dicke Äste legten den Verkehr lahm und bescherten den Stadtwerken wegen beschädigter Leitungen Arbeit. Ebenfalls gleich zwei Bäume sorgten im Bereich Bökenbuschstraße/Hellerkamp für einen längeren Einsatz mit Drehleiter und Kettensägen.

Zu der großen Zahl wetterbedingter Ausfahrten rückte die Feuerwehr außerdem zu zwei Brandeinsätzen in Langenberg aus: Die Auslösung der Brandmeldeanlage in einer Seniorenresidenz stellte sich als Fehlalarm heraus, während fast zeitgleich in einem Haus an der Panner Straße angebranntes Essen Rauchzeichen gab. Die Feuerwehr verschaffte sich Zugang zu der Wohnung, nahm das Essen vom Herd und sorgte für gründliche Belüftung.

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