Velbert : Windrather Talschule wird ausgebaut

Riesenfreude bei der Windrather Talschule: Endlich wird an der Panner Straße gebaut. Dort haben am 2. November die Ausschachtungsarbeiten für die Erweiterung durch ein Werk- und Kunsthaus mit sechs Unterrichtsräumen begonnen.

Der Neubau ermöglicht der Freien Waldorfschule, ihr bislang in der Plückersmühle untergebrachtes Berufskolleg auf den Campus zu verlagern. Am vorhandenen Schulgebäude wird zudem ein Anbau mit Räumen für die Verwaltung realisiert. Um den Ansprüchen des heutigen Brandschutzes zu genügen, muss zudem ein zweiter Rettungsweg geschaffen werden. Am vergangenen Mittwoch überbrachte Bürgermeister Dirk Lukrafka symbolisch die Baugenehmigung. „Wir sind alle wirklich sehr glücklich. Auch unsere Schüler, die klassenweise eine Einführung zum Projekt erhielten, haben sich längst in ihren Pausen mit dem Baggerführer angefreundet“, sagt Sigrid Heiming aus dem Schulleitungsteam im Gespräch mit der WZ. Bereits zu Beginn des Schuljahres 2021/22 sollen die neuen Räume bezogen werden.

Mehr als drei Millionen Euro investiert die Schule

Die Stadt Velbert ist froh, dass nun die Standortsicherung gelingt. Sie hatte jetzt über den Verkauf des Schulgebäudes samt Sporthalle an der Panner Straße 20/24 informiert, auf den man sich mit dem bisherigen Mieter bereits im Frühjahr geeinigt hatte. Die Schule wird zusätzlich zum Kaufpreis mehr als drei Millionen Euro investieren. „Der Umzug unseres Berufskollegs ist ein lang gehegter Wunsch, aber auch eine Auflage seitens der Bezirksregierung. Wir haben lange keine Allternative gefunden“, erklärt Heiming. „Die Windrather Talschule ist seit 25 Jahren fester Bestandteil und eine große Bereicherung unserer Schullandschaft in Velbert. Das Schulteam leistet eine super Integrationsarbeit, und es war mir daher ein persönliches Anliegen, die Schule durch den Verkauf in ihrer weiteren Entwicklung unterstützen zu können“, so der Bürgermeister bei seinem Besuch bei der Schulgemeinschaft. „Ich bedanke mich ganz herzlich bei allen Beteiligten und freue mich schon darauf, hier bald die neuen Räumlichkeiten besuchen zu können“, ergänzte Dirk Lukrafka auf der Baustelle.

Die Windrather Talschule ist auch eine Pionierstätte für inklusive Pädagogik. In der „Werkstatt Inklusion“ werden Lehrerinnen und Lehrer aus dem gesamten Bundesgebiet in zweijährigen Weiterbildungen fit für den gemeinsamen Unterricht mit Schülern mit und ohne Handicap gemacht. Die Schule besuchen rund 270 Mädchen und Jungen von der ersten bis zur zwölften Klasse. Etwa 15 Schüler kommen derzeit aus Neviges. Seit dem Schuljahr 2020/2021 kann man hier auch die Abitur-Prüfung ablegen. Das Berufskolleg mit der Fachrichtung Gesundheit und Soziales besuchen aktuell 45 Schülerinnen und Schüler, verteilt auf drei Klassen. Sie streben die allgemeine Fachhochschulreife an.

Die Windrather Talschule ist eine staatlich anerkannte Ersatzschule. Sie wird zu 87 Prozent vom Land NRW finanziert. „Träger ist unser Schulverein, dem die Angestellten und ein paar Freunde angehören. Darüber hinaus gibt es den Waldorf-Förderverein mit an die 50 Mitgliedern, der Spenden bei Unternehmen, Stiftungen, aber auch bei Eltern unserer Schüler sammelt“, erklärt Sigrid Heiming.

Das Haushaltsvolumen liegt bei rund drei Millionen Euro jährlich. 70 Mitarbeiter lehren und wirken an der Schule, von denen die Mehrzahl in Langenberg wohnt. 20 von ihnen sind als Inklusionshelfer für die Förderung und Betreuung der Kinder mit Unterstützungsbedarf da. Auch mit dem benachbarten Gymnasium Langenberg wird kooperiert. Mehr gibt es im Netz unter:

windrather-talschule.de