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"Die Stadt Velbert gibt uns wenig Möglichkeiten"

Neviges : „Die Stadt Velbert gibt uns wenig Möglichkeiten“

Die Velberter Malerrin Marie-Theres van Hall hält einen Künstlerladen in Neviges für eine fantastische Idee.

Der Lockdown zieht sich bis in den März hinein. Bildenden Künstlern fehlt es weiterhin an Ausstellungsmöglichkeiten. Ihnen bietet die WZ im Rahmen ihrer Serie „Kreatives Velbert“ ein Forum sowie die Möglichkeit, sich zum Plan zu äußern, einen Leerstand im Nevigeser Zentrum dauerhaft als belebendes Element in die Hände von Künstlern zu geben. Heute nutzt diese Chance Hobbymalerin Marie-Theres van Hall. Sie gehört seit 2006 dem Künstlerbund Velbert an.

Wann und wie wurde bei Ihnen das Interesse geweckt, künstlerisch aktiv zu werden?

Marie-Theres van Hall: Mit dem Malen habe ich 2003 begonnen. Nach Beendigung des Berufslebens ging ich auf die Suche nach einer Freizeitbeschäftigung. Vieles habe ich ausprobiert und bin dann schließlich beim Malen angekommen.

Wer sind Ihre künstlerischen Vorbilder/Lehrer? Wie verlief Ihr künstlerischer Werdegang?

van Hall: Zunächst stieg ich autodidaktisch in die Acrylmalerei ein. Dann folgte die Teilnahme an verschiedenen Kursen der VHS in Velbert und Workshops bei freischaffenden Künstlern beziehungsweise Kunstpädagogen. Den Umgang mit Pastellkreide lernte ich im „Atelier am Meer“ während meiner Urlaube auf einer Nordseeinsel. Als Teilnehmerin der Hildener Sommerakademie 2010 unter Leitung der Oldenburger Künstlerin Martina Wempe habe ich neue Erfahrungen im Umgang mit den unterschiedlichsten Materialien und Hilfsmitteln gesammelt.

Wovon lassen Sie sich gerne inspirieren?

van Hall: Inspirieren lasse ich mich gerne bei Spaziergängen und Radtouren. Gebäude, Denkmäler, Skulpturen und Landschaften interessieren mich sehr. Manchmal mache ich auch Fotos, die dann als Anregung oder Vorlagen dienen.

Wo entstehen Ihre Kunstwerke?

van Hall: Zu Hause habe ich mir einen Raum geschaffen, dort stehen alle Materialien, Leinwände – nicht bemalte und auch die fertigen Bilder – und natürlich die Staffeleien. es ist ein Raum nur für mich und mein Hobby.

Wann haben Sie das erste Mal ausgestellt?

van Hall: Meine erste Ausstellung war im Jahr 2006. Es folgten Einzel- und Gruppenausstellungen. Eine kleine Auswahl: Polizeibehörde Mettmann, Sparda-Bank Velbert, Kulturfenster im GeKu-Haus Essen, Offers-Apotheke Velbert, Reshop-Center Hattingen, Forum Niederberg, 100 Jahre Herminghauspark, beide in Velbert, Leo-Theater Wuppertal und Technologiezentrum Wuppertal. 2010 bis 2016 gehörte ich zum Kreis der ständigen Aussteller in der „Lebenden Kunst“ in Hattingen, einem von mehreren Künstlern gemeinsam geführtes Ladenlokal mit Bildern und anderen Kunstgegenständen).

Inwieweit beeinflusst die Corona-Pandemie Ihre Arbeit?

van Hall: Ich glaube, die Pandemie lähmt uns alle etwas. Im Privaten, Beruflichen und auch in der Freizeit und bei den Hobbys. 2020 war kein so kreatives Jahr. Ich gelobe Besserung in diesem, noch so jungen Jahr.

Woran arbeiten Sie gerade?

van Hall: In diesem Jahr möchte ich mich der Landschaftsmalerei in realistischer und abstrakter Form widmen. Ich freue mich darauf.

Wie empfinden Sie die Wertschätzung für ihr künstlerisches Schaffen durch die Stadt und in Velbert insgesamt?

van Hall: Von Seiten der Stadt Velbert bekommen wir wenig Möglichkeiten uns darzustellen. Im Forum hatten wir einige Male die Möglichkeit große Ausstellungen zu machen. Die große Besucheranzahl hat uns jedes Mal völlig überrascht und wir haben sie als Wertschätzung empfunden. Nur im Moment ist dort ja nichts möglich.

Was halten Sie persönlich von der Idee, in Neviges ein leerstehendes Ladenlokal von Künstlern mit Leben erfüllen zu lassen?

van Hall: Die Idee, in Neviges, ein leerstehendes Ladenlokal mit Kunst zu füllen, diese Möglichkeit wäre fantastisch. Hatten wir doch dort bereits im Jahr 2019 als Künstlerbund Velbert für circa sechs Monate die Chance, in einem Ladenlokal, genauer in dem früheren Kaufhaus Gassmann, unsere Bilder zu präsentieren und dies Dank des Eigentümers auch noch kostenlos. Wir hatten seinerzeit eine große Resonanz, gute Gespräche mit Interessierten und auch einige Verkäufe. Das hat uns sehr gefreut.