Neviges : Die Ratten waren auch schon da

Rund um die Papier-, Altglas- und Altkleider-Container gegenüber der Stadthalle finden sich regelmäßig Müll und Unrat, aber auch Gelbe Säcke - laut TBV kein Einzelfall.

Ratsfrau Brigitte Djuric ist stinksauer: „Wer richtet solch eine Schweinerei an?“ Neulich passierte die Nevigeserin den Parkplatz gegenüber der Stadthalle. Gut verdeckt von einer Hecke und von der Wilhelmstraße nicht direkt einsehbar, stehen hier Sammelcontainer für Altkleider, Glas und Altpapier. Wieder einmal, berichtet Djuric, war das Pflaster um die Container mit Unrat bedeckt: Kartons, Papierreste, zum Teil aufgerissene Gelbe Säcke und eine Tüte mit Hausmüll, mittendrin eine halb gegessene Waffel – ein Freudenfest für Ungeziefer aller Art: „Ich habe hier schon Ratten gesehen“, sagt Djuric, die den Containerstandort nicht zum ersten Mal in einem solch verdreckten Zustand vorfand. Dass Altpapier – nicht nur an dieser Stelle – neben den Containern deponiert werde, komme ohnehin oft genug vor.

An dem Containerstandort werden oft Gelbe Säcke abgeladen

Daneben werde der Standort an der Wilhelmstraße aber auch häufig als Abladeplatz für Gelbe Säcke missbraucht, so die couragierte Nevigeserin, die sich kürzlich nicht scheute, einen Bürger anzusprechen, der gerade seine Gelben Säcke neben den Sammelbehältern entsorgte. Am meisten ärgert sich Djuric aber über den mit Essbarem durchsetzten Müll, der Ratten und anderes Getier anlockt: „Was denken sich die Leute eigentlich dabei? Es ist doch ihre Stadt, die sie hier versauen!“

Zum Glück war die Verunreinigung nach nicht mal einer Stunde beseitigt: „Die Technischen Betriebe sind da sehr hinterher, dass solche Dreckecken schnell gereinigt werden“, hat Djuric beobachtet. Die Arbeit der Technischen Betriebe Velbert (TBV) lobt sie ausdrücklich, die kümmerten sich. Das könne allerdings nicht die Lösung sein, appelliert die Ratsfrau an die Reinlichkeit ihrer Mitbürger.

Der Containerstandort an der Wilhelmstraße ist indessen als Problemstelle bekannt, sei beileibe aber nicht die Einzige, bestätigt TBV-Chef Sven Lindemann: „Wir haben einige Standorte im Stadtgebiet, die regelmäßig verdreckt werden.“ Ohnehin werden grundsätzlich alle Containerstandorte täglich überprüft und gereinigt, die besonders problematischen sogar zwei Mal pro Tag angefahren. „Selbst die tägliche Reinigung ist eigentlich nicht üblich, die gibt es in vielen anderen Städten nicht“, sagt Bernhard Wieneck.

Trotz zweimaliger Kontrolle pro Tag sei allerdings nicht auszuschließen, dass Müll einige Stunden oder gar über Nacht herumliege, so der Leiter der TBV-Geschäftsbereiche Abfall, Tiefbau und Grün. Besonders schlimm seien daher die Abfälle, die Ratten und ähnliches Getier anlocken. Wieneck benennt die bekannten Dreckecken - in Neviges sind das neben der Wilhelmstraße die Containerstellplätze Lilienstraße und Schieferbruch am Rosenhügel sowie der Standort auf dem Discounter-Parkplatz in Tönisheide.

Papiercontainer werden seit einigen Wochen angezündet

In Velbert-Mitte gibt es sechs Stellen, die deutlich erhöhten Reinigungsaufwand erfordern: Jupiterstraße am Stadion Sonnenblume, Bismarckstraße in Höhe Moltkeplatz, Friedrich-Ebert-Straße am von-Böttinger-Sportplatz, Akazienstraße, Berliner Straße gegenüber der Kirche und – ausgerechnet – am Lindenkamp, nur wenige Meter vom Sitz der TBV entfernt. In Langenberg bereitet aktuell nur noch ein Standort Probleme, der aber nicht nur in Sachen Vermüllung: Seit etlichen Wochen werden die Papiercontainer an der Hauptstraße zwischen West- und Feldstraße außerdem immer wieder in Brand gesetzt. Konsequenzen haben die TBV für den Standplatz an der Walzenstraße gezogen: „Der war trotz zweimaliger Reinigung am Tag und zusätzlicher Kontrollen immer wieder dermaßen zugemüllt, dass wir ihn 2018 aufgelöst haben“, sagt Wieneck. Ein Manko aller genannten Standplätze offenbart sich beim Blick vor Ort: Die Stellplätze unterliegen meist nur einer geringen sozialen Kontrolle, der Unrat ist schnell „im Vorbeigehen“ entsorgt, ohne dass es groß auffällt.

Einige Hoffnung setzen die TBV daher auf die neuen Müll-Sheriffs“, die dazu beitragen sollen, mehr Schmutzfinken in flagranti zu erwischen.