Die Müllgebühren steigen um 21 Prozent

Stadt gibt mehrere Gründe als Ursache an.

Wülfrath. Die Stadt hat gestern mitgeteilt, dass die Müllgebühren deutlich teurer werden: „Aufgrund der aktuellen Gebührenberechnung erhöhen sich die Abfallentsorgungsgebühren in der Stadt Wülfrath für die Jahre 2018 und 2019 um 21 Prozent.“ Grundlage für die Gebührenberechnungen sei das Kommunalabgabengesetz des Landes. Danach seien die Städte verpflichtet, die Gebühren so zu bemessen, dass die für die einzelnen Gebührenbereiche entstehenden Kosten gedeckt werden.

Diesem Grundsatz folgend, müssen die Gebührenbereiche nach Ablauf der Kalkulationszeiträume abgerechnet werden, um festzustellen, ob eine Kostenüber- oder -unterdeckung vorliegt. Das jeweilige Abrechnungsergebnis sei im nachfolgenden Kalkulationszeitraum zu berücksichtigen. Die Gebührenkalkulation wird am Dienstag, 14. November, ab 17 Uhr im Ausschuss für Umwelt und Ordnung beraten.

Mehrere Gründe haben laut Verwaltung die Kalkulation für den Zeitraum 2018/2019 beeinflusst. „Eine Unterdeckung von 90 000 Euro aus den Jahren 2014/2015 ist in der aktuellen Gebührenkalkulation zu berücksichtigen“, sagte Kämmerer Rainer Ritsche. Zum einen seien aufgrund der Tarifergebnisse die Personalkosten stärker gestiegen als angenommen. Zum anderen würde ein höherer Aufwand für die Leerung und Säuberung der Abfallbehälter im öffentlichen Raum sowie eine erhebliche Zunahme wilder Müllkippen festgestellt. Diese Kosten würden der Restmüllbeseitigungsgebühr zugerechnet.

Die Dienstleistungen zur „Sammlung von Abfällen“ ab dem 1. April 2018 mussten neu ausgeschrieben werden, da der Entsorgungsvertrag dann nach sieben Jahren auslaufe. Die Preise seien seitdem nicht angepasst worden. Bei aktuellen Ausschreibungen seien deutliche Preiserhöhungen nicht ungewöhnlich. Gründe seien sowohl die schlechte Wettbewerbslage als auch Kostenerhöhungen auf Seiten der Anbieter im Bereich Personal.

Zusätzlich seien in der Gebührenkalkulation auch einmalige und laufende Kosten zu berücksichtigen, die unmittelbar mit dem neuen „Abfallsystem 2018 plus“ zusammenhängen. So werden künftig die Abfallbehälter im Eigentum der Stadt stehen, zur Identifikation mit einem Chip versehen und ein neues Behälterverwaltungsprogramm eingeführt.

Die Stadt hat Musterrechnungen angefertigt: Bei einem Zwei-Personen-Haushalt mit 40-Liter-Tonne und einem 14-tägigen Leerungsrhythmus steigt die Jahresgebühr von derzeit 83,79 Euro auf 101,41 Euro, bei einem Vier-Personen-Haushalt mit 80-Liter-Tonne und gleichem Leerrungsrhythmus von aktuell 167,57 Euro auf 202,82 Euro.

In anderen Bereichen habe nur eine Änderung der Kostenumlage stattgefunden, wie beim Sperrmüll. Über den Verkauf von Marken wurden in den vergangenen Jahren jährlich rund 50 000 Euro refinanziert. Zukünftig werde diese Gebühr in den Abfallgebühren enthalten sein. Jeder Haushalt sei dann berechtigt, bis zu zwölfmal im Jahr anfallenden Sperrmüll nach Terminabstimmung abholen zu lassen. „Dann fehlt auch der Anreiz, den Sperrmüll einfach in den Wald zu schmeißen“, sagte Rainer Ritsche im Gespräch mit der WZ.

Gebührenrelevant berücksichtigt wurden auch die Papier- und Biotonnenabfuhr, die mobile Schadstoffsammlung sowie der städtischen Abfallannahmestelle. AR

Symbolfoto: Fries

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