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Die Luft für Müllsünder in Velbert wird dünner

Velbert : Die Luft für Müllsünder wird dünner

Noch immer landet Abfall neben den Wertstoff-Containern oder in der Natur – die Stadt Velbert hält dagegen.

Es ist ein beständiges Ärgernis: Dass immer wieder Altglas oder Altpapier neben den Wertstoff-Containern deponiert werden, ist so unschön wie verboten. Widerlich wird es, wenn Gelbe Säcke oder gar Hausmüll an den Behälterstandorten abgelegt werden und, wie vor einigen Monaten am Parkplatz Auf der Beek sowie an der Stadthalle beobachtet und von der WZ dokumentiert, Ratten ein Festmahl halten. Die Technischen Betriebe Velbert (TBV) haben damals sofort reagiert, schickten an Wochenenden zusätzliche Reinigungskolonnen zur Kontrolle neuralgischer Containerstandorte. Ohnehin hatte der Kommunale Ordnungsdienst (KOD) die Kontrollen forciert, nachdem TBV und Stadt zum 1. Januar eine kommunale Ordnungspartnerschaft eingegangen waren, wie sie bereits von Polizei und KOD praktiziert wird. Seither wird die Luft für Müllsünder dünner.
„Die Lage hat sich inzwischen um einiges entspannt“, bilanziert Bernhard Wieneck, Geschäftsbereichsleiter der TBV. Die zusätzlichen Samstagstouren wurden nach knapp zwei Monaten eingestellt, weil sich an Containerstandorten deutlich weniger Unrat fand. Kritisch seien aber weiterhin der Sonntagmorgen und die Zeit von Sonntag auf Montag. Die Zusammenarbeit zwischen TBV und KOD sei optimiert worden und funktioniere inzwischen sehr gut: „Wir bekommen umgehend die Meldungen über Dreckecken und fahren entsprechend früher raus.“ Schon länger läuft das Programm der TBV, jedes Jahr ein bis zwei Container-Standorte neu und ansprechender zu gestalten und sie somit optisch aufzuwerten.

„So krass wie im Mai ist es nicht mehr“, bestätigt Brigitte Djuric, die Menge des Unrates an den Stellplätzen der Wertstoffbehälter habe abgenommen. Immer noch würden aber Gelbe Säcke und Restmüll an den Containerstandorten entsorgt, kritisiert die resolute Nevigeserin: „Wenn die TBV nicht so dahinter wären, die Dreckecken zu beseitigen, sähe es dort grauslich aus.“ Was die SPD-Ratsfrau allerdings vor einigen Tagen an den Altpapier-Containern gegenüber der Stadthalle vorfand, machte sie zornig: mehrere Tüten voller Brot – „besser kann man das Ungeziefer nicht anlocken.“

„Wir betreiben natürlich ganz gezielt auch Rattenbekämpfung“ sagt Wieneck, und nennt als Beispiel den zeitweilig extrem betroffenen Standort am Parkplatz Auf der Beek. Man werde das Problem aber nicht los, wenn permanent Essbares für die Nager abgestellt werde, insbesondere, wenn dieses „Futter“ deutlich leckerer sei als die ausgelegten Köder. Wieneck appelliert daher, solche und andere Unrat-Ablagen umgehend bei der Hotline (Telefon 02051/26 26 26) zu melden, damit entsprechende Maßnahmen ergriffen werden können.

Neben den TBV, die die Dreckecken schnellstmöglich beseitigen, kümmert sich der inzwischen personell deutlich aufgestockte KOD um Müllsünder aller Art, und das offensichtlich erfolgreich. Unter der Rubrik „Illegale Abfallentsorgung“ zählt der Ordnungsdienst bereits in diesem Jahr (Stand 27. Oktober) 622 Verfahren, erläutert Jürgen Wosimski, als Fachbereichsleiter Bürgerdienste auch für die Abteilung Ordnung zuständig: „Im ganzen Jahr 2019 waren es 131.“ Sehr zeitaufwendig, aber auch sehr eindrucksvoll für die Betroffenen sei, wenn diese in flagranti erwischt werden – was dem KOD durch gezielte Beobachtung schon mehrfach gelungen ist. Für Müllsünder, ob auf frischer Tat ertappt oder als solche ermittelt, wird es in der Regel teuer, das Bußgeld inklusive Verwaltungsgebühr schnell mindestens dreistellig.

Letztlich sei die Verfolgung von Müllsündern auch eine Frage der Gerechtigkeit gegenüber den Bürgern – die zahlen den Aufwand, den die TBV wegen illegaler Müllentsorgung betreiben müssen, über die Abfallgebührenrechnung mit: „Das waren 2019 anteilig 108 000 Euro für den zusätzlichen Aufwand an den Containerstandorten plus rund 334 000 Euro, um die Spuren wilden Entsorgens an anderen Stellen zu beseitigen“, sagt Thomas Braumüller, Kosten- und Gebührenrechner der TBV – macht 442 000 Euro für den Gebührenzahler.