Die leisen Helden: Stadt zeichnet Ehrenamtler aus

Die leisen Helden: Stadt zeichnet Ehrenamtler aus

Die Stadt zeichnete Ehrenamtler für ihren besonderen Einsatz aus.

Wülfrath. Es ist ein berührender Moment: Der stellvertretende Bürgermeister Wolfgang Preuß übergibt Ingrid Rompf die Ehrenamtsurkunde der Stadt Wülfrath. Diese wird ihrem Mann Rainer Rompf posthum verliehen. Rompf, einer der Macher im Freiwilligenforum, ist im März nach schwerer Krankheit gestorben. Sein Einsatz wird auf dem Stadtempfang am Mittwochabend gewürdigt — und mit viel Beifall bedacht.

Es ist der Abend des Ehrenamts, zu dem Bürgermeisterin Claudia Panke ins Paul-Ludowigs-Haus eingeladen hat. Das hat Bühnenmeister Fritjof Kuhlmann einmal mehr feierlich mit viel Mystik beleuchtet. „Bürgerschaftliches Engagement wird bei uns nicht nur groß geschrieben, sondern auch gelebt“, sagt Panke. Die Menschen würden in den verschiedensten Bereichen des täglichen Lebens Großartiges bewegen. Die Ehrenamtler würden durch ihren Einsatz der Stadt „ihr liebenswertes, menschliches und soziales Gesicht geben“. Rat und Verwaltung sagen mit dem Abend in Rohdenhaus Dank. Zum Beispiel eben an Rompf und seinen Mitstreiter Gerd Bohnen, der das Freiwilligenforum zurzeit alleine koordiniert.

Ein Dank und ein Ehrenamtspreis geht auch an Anni Willmann. Seit 74 Jahren ist sie in der katholischen Kirche tätig. „Sie leben für die Kirche“, attestiert ihr die Bürgermeisterin, was Willmann mit einem bescheidenen Lächeln quittiert. 50 Jahre Küsterdienst, 40 Jahre Hausmeisterdienst im Cornelius-Haus, 37 Jahre in der Altentagesstätte, und auch heute ist Anni Willmann mit 94 Jahren immer noch aktiv — mit „Herz und Seele“.

Ein Dank samt Urkunde geht ebenso an ein Damen-Quintett: Adelheid Buschhaus, Riane Julius, Helga Schäfer, Dietlinde Gebauer und Karin Molineus sind die Originalbesetzung der Kleiderkammer des Deutschen Rotes Kreuzes. Seit 1992 stellen sie das Angebot sicher. Circa 800 Kleidungsstücke gehen dort pro Jahr über die Theke. Das macht in 21 Jahren 168 000 Kleidungsstücke. „Eine stolze Zahl“, lobt Panke.

Die Bürgermeisterin nutzt den Empfang aber auch zur Bilanz des Geleisteten im vergangenen Jahr und hebt die neugestaltete Fußgängerzone hervor. Der Angermarkt, ist sie zuversichtlich, werde die Innenstadt stärken.

Panke schaut — sicher hat sie dabei den Landrat in der Gästeschar im Blick — auch auf das Niederbergische Museum, das 100 Jahre alt wird, und den Zeittunnel, der sein Zehnjähriges feiert. Beide Einrichtungen könnten auf viel Ehrenamtler zurückgreifen. „Ohne sie wären unsere Museen nicht überlebensfähig. Ich tue alles, um einen Weg für ihren Fortbestand zu finden.“

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