Neviges : Hardenberger Schützen obenauf

Die Regenten freuen sich beim festlichen Königsabend über ein volles Haus. Auch die Mitgliederzahl des Vereins steigt wieder.

Es ist kurz nach halb acht, als das Königspaar Gerald III. und Silke IV. gemeinsam mit Prinzessin Alina und dem Königshof in vollem Ornat und mit Musik in den großen Saal der Gaststätte „Schützenhaus“ einzieht. Dieser ist, wie auch der angrenzende kleine Saal, bereits bis auf wenige Plätze komplett besetzt, und so werden die Majestäten mit entsprechendem Beifall begrüßt. Der traditionelle Königsabend ist nach dem Schützenfest das wichtigste Ereignis der Saison, erläutert Frank Oster, der kurz darauf die offizielle Begrüßung des Königspaares und seiner Gäste übernimmt.

Volker Münchow war gleich in dreifacher Funktion zu Gast

Nach den eigenen Mitgliedern des Hardenberger Schützenvereins ist Freischütz Langenberg die größte Gruppe im Saal. Angeführt wird sie von Volker Münchow als deren Vorsitzender und Oberst; als stellvertretender Bürgermeister und Vertreter der SPD ist der Langenberger gleich in dreifacher Funktion zu Gast. Wildschütz Heiligenhaus ist, angeführt von Schützenkaiserin Viola und Gefolge, mit seinem „feierwütigen Fußvolk“ eingezogen, und auch Gut Schuss Essen-Fischlaken und der Schützenkreis Niederberg sind stark vertreten. Eine Abordnung seit Jahren mit den Nevigesern befreundeter holländischer Schützen ist ebenfalls für diesen Saisonhöhepunkt angereist. Unter den zahlreichen „bürgerlichen“ Besuchern finden sich unter anderem Bürgermeister Dirk Lukrafka und sein Amtsvorgänger Heinz Schemken sowie Landtagsabgeordneter Martin Sträßer: „Deutlich mehr Besucher als im Vorjahr“, freuen sich zwei Mitglieder des Nevigeser Königshofes.

Den Aufwärtstrend sieht Silke IV., als Silke Klein Geschäftsführerin des Hardenberger Schützenvereins auch für die Mitgliederzahl, die mit aktuell 263 leicht zugelegt hat: „Vor allem die Sportschützen erleben zur Zeit einen großen Zulauf.“ Dabei hänge das Brauchtum ein wenig hinterher: „Das ist halt zeitaufwändig, das wollen viele nicht mehr“, so die Erfahrung der Vorstandsfrau, die aber auf einige Neuzugänge setzt, die durchaus Interesse an der Brauchtumspflege zeigten. Entgegen dem allgemeinen Trend sieht Klein auch zunehmend Jüngere, die dauerhaft Anschluss und Kontinuität im Verein suchten. Dazu trage sicherlich bei, dass jeder, der Schießsport betreiben will, einen langen Atem benötige: „Das ist nichts Kurzfristiges und erfordert viel Zeit für Lehrgänge und Training.“ Wer das mache, der bleibe in der Regel auch dabei. Ein Vorteil der Hardenberger Schützen sei zudem, dass das Angebot mit den verschiedenen Disziplinen sehr vielseitig sei und sich dadurch auch von manch anderen Vereinen abhebe. Auf der anderen Seite sei das zunehmende Interesse auch eine Herausforderung etwa in Sachen Ausbildung, die bewältigt werden wolle.

Viele Jugendliche wechselten fast gleichzeit zu den Erwachsenen

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge sieht man derweil den massiven Einbruch bei der Jugend. Der schwere Aderlass erklärt sich daraus, dass ein großer Teil der Jugendlichen im relativ gleichen Alter war: „Die sind fast gleichzeitig in den Erwachsenenbereich gewechselt“, erläutert Silke Klein. Dadurch lichtete sich natürlich die Jugendabteilung erheblich. „Wir haben aber schon wieder einige Jüngere in den Startlöchern“ gibt sich die Geschäftsführerin der Hardenberger Schützen optimistisch. Als Silke IV. hat sie nach der Begrüßung die Aufgabe, an der Seite ihres Königs und Ehemannes Gerald III. den Tanz zu eröffnen. DJ John heizt dazu dem Schützenvolk musikalisch ein, das den Abend unter anderem mit einer großen Tombola feiert.

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