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Deutsches Schloss- und Beschlägemuseum Velbert

Velbert : Besucher erhalten Schlüssel zum Museum

Konzept für das neue Schloss- und Beschlägemuseum setzt auf Erlebnisse.

„Alle Besucher sollen sich willkommen fühlen. Schon beim Betreten soll ihnen klar werden, dass ein besonderes Erlebnis auf die wartet“, beschreibt Yvonne Gönster einen Leitgedanken. Die wissenschaftliche Mitarbeiterin des Deutschen Schloss- und Beschlägemuseums stellte im Kulturausschuss die Neukonzeption für das Haus vor, das neben der Villa Herminghaus entstehen wird. In der nächsten Woche erfolgt der erste Spatenstich für den Neubau.

Auf einer Fläche von rund 400 Quadratmetern durchlaufen die Besucher die Entwicklung der Schließtechnik, eingebettet im historischen Kontext. Leitmotiv ist dabei das Verhältnis zwischen sicher und unsicher, wie man sich im Laufe der Zeit mit immer besseren Sicherungssystemen gegen Unsicherheiten wappnete. Im Gegensatz zu gegenwärtigen Ausstellung unter dem Dach des Forums Niederberg endet der Rundgang nicht mit der Industrialisierung, sondern gibt einen Ausblick auf die Zukunft der Technologie.

Das Verhältnis von sicher zu unsicher wird beleuchtet

„Das Museum wird mit 400 Quadratmeter nicht so viel größer sein als bisher, aber die Besucher sollen viel mehr anfassen und ausprobieren können“, sagt Museumsdirektor Ulrich Morgenroth voraus. „Dafür gibt es an der Kasse einen Schlüsselbund als Eintrittskarte, mit dem man sich die Dauerausstellung buchstäblich erschließen kann.“ Zu den handfesten Exponaten werden digitale Einheiten hinzugefügt, die unter anderem interaktive Gespräche mit Zeitzeugen möglich machen. „So kann man auch Herrn Wönnemann befragen, durch dessen Schmiede man demnächst hindurch gehen kann.

Einen besonderen Höhepunkt stellt der Escape-Room (Fluchtraum“) dar: „Da können die Besucher die zuvor erfahrene Theorie praktisch erproben. Damit wollen wir Menschen ins Museum holen, die sonst nie kommen“, so Yvonne Gönster. Eine Personengruppe hat eine Stunde Zeit, innerhalb des Raumes eine bestimmte Mission zu erfüllen, verschlossene Schubladen und Kombinationsschlösser spielen dabei eine bedeutende Rolle.

Im Mai 2019 soll der Rohbau fertig sein, Mitte 2020 soll die Eröffnung gefeiert werden. Im Sommer des nächsten Jahres wird das Museum wegen des Umzugs für ein Jahr geschlossen sein.

„Allein der Abbau der Exponate im Forum dauert vier Monate“, so Yvonne Gönster, die darauf verweist, dass zum Beispiel das Historische Zentrum Wuppertal zwei Jahre für einen Umzug braucht.