Wülfrath : Der Spaß am Studieren ist geweckt

Die Vergabe der „Diplome“ zum Abschluss der Kinderakademie des Jugendhauses wurde zu einem Fest mit Tanz und Gesang.

Das Ende der Ferienakademie, dem Angebot der städtischen Kinder- und Jugendförderung für die Sommerferien, hatte ein bisschen etwas von einer richtigen Diplom-Vergabe: In der Sporthalle Goethestraße, nur einen Steinwurf enfernt von der „Akademie“ im Kinder- und Jugendhaus an der Schulstraße, ist eine Bühne aus Turngeräten aufgebaut. Auf der gratulierte am Freitagnachmittag zwar kein Universitätsrektor den „Absolventen“, sondern mit Bärbel Habermann die Leiterin des Jugendamts der Stadt. Die frisch gebackenen „Akademiker“ waren trotzdem stolz und nahmen ihre „Diplome“ strahlend entgegen.

Zuvor brachten sich alle in Stimmung und sangen zusammen „Chöre“ von Mark Foster. In den beiden ersten Ferienwochen hatten die jungen „Studenten“ eine Menge gelernt und sich an neuen Dingen ausprobiert. So hatte Ben gerne mit Knetmasse gebastelt, aber noch aufregender fand er die Flugschule, in der er Papierflieger faltete, die lange in der Luft blieben, so dass es richtig Spaß machte, die kleinen Flugobjekte sekundenlang schweben zu lassen.

Samantha schwärmte von den Erfahrungen in der Filmgruppe. „So etwas wollte ich immer schon mal machen.“ Unter der Anleitung von „Dozent“ Tobias Struck von der Bilderfabrik erfuhren die „Studierenden“, wie Filmtricks zustande kommen. Samantha hatte sich erfolgreich als Regisseurin versucht. In dem Streifen die „Zauberkekse“ stellten die jungen Schauspieler ihre Talente unter Beweis. Da verschwand Gebäck, das augenblicklich wieder da war, fliegende Gabeln wurden mit dem Mund aufgefangen. Der Applaus der Zuschauer war ihnen sicher.

Die Hitzerekorde der vergangenen Tage hielt die Tanzgruppe nicht davon ab, neue Choreographien einzustudieren, die ebenfalls beim Abschlussfest vorgestellt wurden. Die „Akademieleitung“ war froh, dass sie bei den zahlreichen Angeboten Unterstützung durch mehrere „Doktoranden“ erhalten hatte. „Das sind Teilnehmer aus unseren früheren Aktionen. Jetzt sind sie zu alt, um selber mitzumachen, aber sie haben großen Spaß daran, uns dabei zu helfen“, freute sich Sozialpädagogin Hanaa El-Kayed über deren Engagement.

In diesem Jahr fand zum zweiten Mal im Kinder- und Jugendhaus die Kinderakademie statt. In den Vorjahren gab es die „Kids Town“: Diese Kinderstadt hatte nicht nur einen eigenen Bürgermeister und Stadtrat, sondern sogar eine eigene Währung. Die „Kids Town“ bot Wülfrather Mädchen und Jungen im Alter von sechs bis zehn Jahren eine abwechslungsreiche Feriengestaltung. Die machte immer mehr Spaß, als einfach nur zuhause abzuhängen. Dabei wurden nicht nur die Räumlichkeiten an der Schulstraße genutzt, sondern auch die benachbarte Wasserwelt und die Sporthalle wurden mit einbezogen.

Da die vielen „Seminare“ hungrig und durstig machten, wurden die Nachwuchsakademiker nicht mit Studentenfutter abgespeist, sondern mit einem richtigen Mittagessen in der „Mensa“. Unterstützung erhielten die Sozialpädagogen nicht nur durch die helfenden Hände der „Doktoranden“, sondern auch die Dozenten von außen. Neben dem Wülfrather Filmermacher Tobias Struck zeigte beispielweise die Hundetrainerin Heike Morche, wie auch schon Kinder lernen können, das Verhalten der Vierbeiner zu ent­schlüsseln.