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Wülfrath: Der Silberberger Weg nimmt einen neuen Lauf

Wülfrath : Der Silberberger Weg nimmt einen neuen Lauf

Vor der Erweiterung des bestehenden Steinbruches muss die Infrastruktur angepasst werden.

. Der vor elf Jahren aufgeschlossene Kalksteinbruch Silberberg wird nach Südwesten verlagert. Der Silberberger Weg verschwindet in diesem Bereich und kann nicht mehr die Rützkauser Straße erreichen. Die kleine Straße wird vor dem künftigen Abbaugebiet abknicken und erreicht vorbei an der Kfz-Werkstatt von Lhoist den Ortsteil Rohdenhaus an der dortigen Straße Am Sportplatz. „Wir kommen gut voran, fast die Hälfte der neuen Trasse ist schon geschafft“, stellte Projektleiter Armin Hartick von Rheinkalk fest.

Für die ersten paar hundert Meter wird eine vorhandene Straße genutzt, die eine inzwischen längst abgerissene kleine Werkssiedlung mit dem passenden Namen „Auswärts“ erschloss. Das kleine Trafo-Häuschen steht noch. „Da ist aber alles raus“, enttäuscht Armin Hartick mögliche Altmetalldiebe. Am Ende des teilweise noch asphaltierten Weges haben sich die Bagger ins Erdreich gegraben, der Verlauf der neuen Trasse ist sichtbar. „Der wertvolle Mutterboden wird in Mieten gelagert, der wird später für die Böschungen wieder gebraucht“, so Hartick.

Sattelschlepper dürfen nach Unfall nicht mehr aufs Gelände

Unentwegt sind zwei schwere Traktoren mit Muldenanhängern unterwegs, um den Aushub zu bewegen und Unterbaumaterial heranzubringen, das zum Teil aus der eigenen Steinverarbeitung stammt. „Nach einem tödlichen Unfall mit einem Sattelschlepper kommen die bei uns nicht mehr ins Gelände“, sagt Christian Zöller. Der Leiter Politik- und Bürgerdialog des Unternehmens zeigt dabei auf das Gespann, das einen kleinen Wall überwindet: „Diese Fahrzeuge können Unebenheiten viel besser bewältigen.“

Den Zuschlag für die Arbeiten hat die Wülfrather Tiefbaufirma Onasch erhalten, die mit Subunternehmen tätig ist. „Wir sind immer froh, wenn wir Arbeiten am Ort vergeben können, weil dann die Wertschöpfung in der Region bleibt“, so Christian Zöller.

Bevor das neue Teilstück des Silberberger Weges der Öffentlichkeit übergeben werden kann, wird das weitläufige Werksgelände mit neuen Zäunen abgesichert. „Das ist Betriebsbereich, der darf von Unbefugten nicht betreten werden, weil zahlreiche Gefahren lauern, an die Fremde überhaupt nicht denken“, so Zöller, der auch für die Öffentlichkeitsarbeit des Eigentümers des größten Kalksteinbruches Europas zuständig ist. „Kürzlich habe ich die Anfrage eine niederländischen Fernsehsenders abschlägig beschieden, sonst haben wir hier Touristen, die auf das Gelände wollen.“

Ende des Jahres soll der neue Silberberger Weg fertig sein. „Wenn die Straße komplett ist, nehmen wir die Verlegung des Eigener Baches in Angriff“, kündigt Projektleiter Hartick an. In diesen niederschlagsarmen Zeit ist das Bächlein, das in ganz alten Karten als die Anger gekennzeichnet wird, ausgetrocknet. „Spätestens im Winter wird der Bach wieder viel Wasser führen. Der Wasserstand ist allerdings für die Verlegung unerheblich“, weiß Planer Hartick.

Halde Dachskuhle wird später der Öffentichkeit zugänglich gemacht

Über den neuen Silberberger Weg wird eine kleine Brücke errichtet, die im Zuge einer neuen werksinternen Fahrstraße entsteht. Die Verbindung wird gebraucht, um das beim Aufschluss des Steinbruches anfallende, nicht verwertbare Gestein zur Halde Dachskuhle zu schaffen, die später begrünt und der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt wird. Für diese Maßnahme läuft noch das Genehmigungsverfahren, ansonsten wurde der gesamte Steinbruch Silberberg vor vielen Jahren in einem Planfeststellungsverfahren von der Bezirksregierung Düsseldorf genehmigt.