Der frühe Vogel spielt das Ass

Minigolfer wie die Nevigeser Profis sind Perfektionisten mit 700 Bällen und stehen sonntags um 6 Uhr auf dem Platz.

Den „Blitz“ kennt wohl jeder Freizeit-Minigolfer. An der Zick-Zack-Bahn beißen sich Familien am Sonntag oft die Zähne aus. Bahn-Chef und Ex-Bundesliga-Profi Uwe Binder kennt gleich vier Wege, wie der kleine Ball mit einem Schlag ins Loch befördert werden kann. Etwa mit dem Flummi über Bande oder — und so machen es laut Binder die Profis — in gerader Linie quer durch den Blitz. Das geht natürlich nur, indem man den Ball anschneidet. „Boah, mit nur einem Schlag rein“, sagt eine Frau im Hintergrund. Binder erwidert: „Na, wenn der Chef das nicht kann, das wär ja was...“

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Experten wie Binder, seit 1995 Inhaber der Bahn neben dem Schloss Hardenberg, wissen im Schlaf, welche Bahn sie wie und mit welchem Ball spielen müssen. Sogar das Wetter spielt eine entscheidende Rolle. Da es heute besonders heiß ist, diskutieren die Profis unter dem Sonnenschirm schon, welchen Ball Binder denn am besten für den Blitz nehmen sollte. Der 58-Jährige sagt: „Jeder gute Mini-Golfer hat 600 bis 700 Bälle.“ Und das wohl nicht nur zum Spaß, sondern weil er sie — gerade als Wettkampfspieler der auf vielen Bahnen spielt — auch brauche. Was sollte ein Anfänger neben der entsprechenden Ausrüstung mitbringen? „Man braucht Tempogefühl und einen geraden Schlag“, sagt Uwe Binder.

Das könne man sich zwar alles erarbeiten, einige bringen aber eine gute Veranlagung mit. „40 bis 50 Prozent der Laien kriegen das mit dem Tempo instinktiv hin“, erklärt Binder, der mit elf Jahren bereits zum Spieler wurde. Bei vielen müsse man jedoch den Stand korrigieren, der ein ganz wichtiger Faktor sei.

Junge Leute, die den Präzisionssport einmal ernsthaft ausprobieren möchten, haben jeden Sonntag ab 11 Uhr neben dem Schloss die Gelegenheit dazu, dann ist das Jugendtraining.

Talentierte Minigolfer können es in Neviges weit bringen. Der Verein „BGS Hardenberg-Pötter“ spielt mit der ersten Mannschaft in der Bundesliga und ist jetzt erst wieder Deutscher Mannschaftsmeister geworden. Die zweite Mannschaft spielt in der Landesliga, zudem gibt es zwei Senioren- und ein Schülerteam. Wer vorne mit dabei sein möchte, sollte mindestens zwei Mal die Woche trainieren und Frühaufsteher sein. Binder grinst: „Am Turniertag steht die Mannschaft sonntags ab 6 Uhr auf dem Platz.“