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Wie kann sich Velbert im Wettbewerb profilieren?: „Denken in den Köpfen umdrehen“

Wie kann sich Velbert im Wettbewerb profilieren? : „Denken in den Köpfen umdrehen“

Premiere im Forum Niederberg: Mit der Innenstadtkonferenz soll eine Marke für die Velberter City entwickelt werde.

Velbert. (uba) Von Ulrich Bangert

„Steine sind nicht alles, was eine Stadt ausmacht. Wir beschäftigten uns damit, wie die Innenstadt positioniert werden kann“, beschrieb Elke Frauns das Ziel der ersten Innenstadtkonferenz im Forum Niederberg. Zusammen mit Hartmut Victor Brüchert haben die beiden Marketingexperten damit begonnen, mit Anliegern, Händlern, Gastronomen und anderen Gewerbetreibenden ein Profil für die Velberter City zu erarbeiten. Das Projekt stellten die sie unter das Bild des Staffellaufs: „Es wird nur im Team funktionieren, es muss vieles in Bewegung geraten. Wir reden darüber, wie sich die Innenstadt profilieren kann, damit Menschen kommen. Es geht um Leidenschaft, Selbstbewusstsein, Zukunftsfähigkeit und Verantwortung“, so Elke Frauns. „Die Innenstadt von Velbert muss sich zu einer einzigartigen Marke entwickeln“, brachte es Hartmut Brüchert auf den Punkt.

Er bat die Teilnehmer, auf den verteilten Zetteln festzuhalten, was die Velberter Innenstadt einzigartig macht. Die Ergebnisse wurden mit Wäscheklammern an Leinen zu jedermanns Einsicht befestigt. „Gar nichts — außer Leerständen“, stand auf einem Blatt, ein anderer hielt fest, dass ihn „nix“ einfällt. Positiver war dagegen die Feststellung, dass es sich um eine zentrale Lage im Kreis mit einer schönen Fußgängerzone handelt. „Wir Marketing-Fuzzis brauchen solche Infos, da wird ein Schuh für uns draus“, versprach Elke Frauns. Sie kam damit auf die fünf Quartiere, in die sich die Velberter Innenstadt mit 850 Meter Friedrichstraße aufteilen lässt, von der Sternbergstraße bis zur Kleestraße und dem Bürgerforum/Stadtgalerie. Gastronomie und Sitzgelegenheiten, eine breite Fußgängerzone, inhabergeführte Geschäfte und ausbaufähige Hinterhöfe wurden da genannt.

Dazu sollten die Kenner dem Viertel eine kurze und knappe Typ-Bezeichnung geben. Die reichten von „bunter Globus“ und „rund ums Rathaus“ über „Der Persönliche“ und „Weisenkind“ bis zu „Unterstadt“, was ein weiterer Beobachter mit einem „stimmt“ quittierte. Dem Quartier am Friedrich-Karrenberg-Platz wurde ein „Top-Immobilienzustand“ bescheinigt, dazu „Top Parkmöglichkeiten.“ „Zu wenig bekannt“, mahnte ein roter Zettel an. „Zur Zeit 1A Lage“ stand da, dem jemand ein „noch“ mit großem Ausrufezeichen hinzufügte. Und wie sollte dieses Quartier als Typ bezeichnet werden? Da gehen die Meinungen auseinander, vom althergebrachten „Denkmal“ über „Mitte“ bis zur „Wohlfühlzentrum“ oder dem „Kreuz des Südens“.

Zum Schluss stellten die Markenentwickler polarisierende Aussagen zur Innenstadt vor, die von den Teilnehmern mit roten oder grünen Karten präzisiert wurden — alles wichtige Bausteine für die weitere Entwicklung der Innenstadt. Die Ergebnisse werden den Teilnehmern nach der Auswertung mitgeteilt, weitere Veranstaltungen folgen. „Bis zur Eröffnung der Stadtgalerie wollen wir damit durch sein“, so Patrick Weber vom Planungsamt. Bürgermeister Dirk Lukrafka empfand den Auftakt als Motivation, der Mut macht. „Diese Aufbruchstimmung sollten wir weitertragen, um das Denken in den Köpfen umzukehren. Es ist einiges zu entwickeln, aber dennoch ist vieles besser, als man denkt.“