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Demenz-Workshop: Kinder lernen, warum Opa sie nicht mehr erkennt

Demenz-Workshop: Kinder lernen, warum Opa sie nicht mehr erkennt

Mit einem Workshop ist das Projekt „Der Pinsel im Kühlschrank“ gestartet. Es bringt Gesunde und Kranke, Alte und Junge zusammen.

Wülfrath. „Das hat doch was mit Vergesslichkeit zu tun“, sagt Svenja (11). „Die Erinnerung ist dann nicht mehr so gut“, fügt Melissa (12) hinzu. Und Jenny hat gleich ein paar Beispiele parat. „Was ist eigentlich Demenz?“, hatte Susann Seidel vom Sozialen Dienst der Stadt gefragt. Die Mädchen und Jungen haben reichlich Antworten.

„Der Pinsel im Kühlschrank“ heißt das generationenübergreifende Projekt, das junge und alte, gesunde und kranke Menschen zum Thema Demenz zusammenbringen soll. Den Auftakt macht ein Workshop, der sich an Kinder richtet.

Angelika Sprink ist begeistert. Mit diesem Zuspruch hat die Abteilungsleiterin Kinder- und Jugendförderung der Stadt nicht gerechnet. Gut zwei Dutzend Menschen sitzen im Kreis, die meisten von ihnen jünger als 15 Jahre. Sie alle wollen Teil des Kunstprojekts werden, an dessen Ende demente Männer und Frauen mit Kindern malen und kreativ sein werden. „Doch wie geht man mit demenzkranken Menschen um?“, fragt Seidel in die Runde. Der Workshop soll den Mädchen und Jungen eine Basis vermitteln.

Frei von Scheu setzen sich die Kinder mit dem Thema auseinander. „Mein Opa hat Demenz. Der fragt bei jedem Treffen, wer ich bin“, berichtet ein Mädchen. Melissa erzählt von dem Fall, wo ein Senior einen Schlüssel nicht ans Bord hängte, sondern in den Ofen legte.

„An was erinnert man sich überhaupt? Wie funktioniert Erinnerung?“, will Stefan Wilde, Therapeut bei der Bergischen Diakonie, wissen. „Es gibt ein Lang- und ein Kurzzeitgedächtnis“, weiß Jenny. „Wenn was schön und wichtig ist, kann man sich das gut merken“, sagt Svenja. Wilde nickt. „Wenn das Gefühl betroffen ist, bleibt es besser in der Erinnerung.“

Im Plauderton und spielerisch nähern sich die Teilnehmer dem Thema. Kommende Woche soll das fortgesetzt werden, bis es Ende April zu einem ersten Treffen von Menschen mit und ohne Demenz im Jugendhaus kommt. Höhepunkt ist dann die Kunstaktion am 5. Mai.