Wülfrath Das Wülfrather Netzwerk für Kinderschutz ist nun gegründet worden

Wülfrath · Fachkräfte sollen sich interdisziplinär vernetzen – knapp 60 Personen waren dabei

 Bereits seit einiger Zeit werden in Wülfrath von Bürgermeister Rainer Ritsche Institutionen mit dem Kinderschutz-Gütesiegel ausgezeichnet.

Bereits seit einiger Zeit werden in Wülfrath von Bürgermeister Rainer Ritsche Institutionen mit dem Kinderschutz-Gütesiegel ausgezeichnet.

Foto: Andreas Reiter

(AR) Die Gründungsveranstaltung des „Netzwerkes Kinderschutz“ hat im Rathaus stattgefunden. Das 2022 in Kraft getretene Landeskinderschutzgesetz NRW fordert Kommunen auf, dafür zu sorgen, dass sich Fachkräfte interdisziplinär vernetzen. Die Steuerung der in jeder Kommune aufzubauenden Netzwerke zum Kinderschutz soll per Gesetz von einer Koordinierungsstelle des jeweiligen Jugendamtes übernommen werden.

Zur Gründung wurden alle Fachkräfte eingeladen

In Wülfrath waren zu Gründung dieses Netzwerkes alle Fachkräfte eingeladen, die mit Kindern und Jugendlichen im beruflichen Kontext in Berührung kommen. Knapp 60 Vertreter der freien und öffentlichen Jugendhilfe, der Schulen/OGATA, Polizei, Ordnungsamt, des Gesundheitswesens, Beratungsstellen, Kindertagesbetreuung, Sozialamt und der Kirchengemeinde folgten der Einladung der Koordinatorin der kommunalen Fachstelle für Kinderschutz Gabriele Garthe.

Nach der Begrüßung durch Michaele Berster, Dezernentin für Jugend, Soziales, Kultur, Bildung und Sport gab Annett Volmer, Fachberatung Netzwerkkoordination Kinderschutz vom LVR-Landesjugendamt, eine Einführung zum Landeskinderschutzgesetz. Sie thematisierte insbesondere die Rechtsvorschriften, die die Grundlage für den Auf- und Ausbau von interdisziplinären Netzwerk Kinderschutz bilden.

Im Anschluss konnten sich die Teilnehmenden anhand einer vorgestellten fiktiven Fallgeschichte einer gefährdeten Familie zu verschiedenen Ressourcen und Belastungsfaktoren besprechen und über mögliche Vorgehensweisen diskutieren. So entstand ein reger fachlicher Austausch. Einblicke in unterschiedliche Herangehensweisen und Zuständigkeiten konnten gewonnen, Vernetzungen neu geknüpft oder bereits bestehende vertieft und gestärkt werden.

Die engagierten Teilnehmer umrissen im Plenum die Herausforderungen im Umgang mit unterschiedlichen Herangehensweisen der Jugendämter im Kreis Mettmann, führten aus, mit wem eine bessere Vernetzung hilfreich wäre und welche Themen auf den zukünftigen Netzwerktreffen bearbeitet werden sollten.

Klar wurde auch, dass wirksamer Kinderschutz qualifizierte Fachkräfte braucht.

Um jungen Menschen ein sicheres Aufwachsen zu ermöglichen und ihren Eltern bedarfsgerechte Unterstützungsangebote machen zu können, ist es unerlässlich, dass Fachstellen und Fachkräfte Hand in Hand arbeiten. Die einzelnen Akteure und Kooperationspartner müssen die jeweils anderen Tätigkeitsfelder mit ihren Aufgaben aber auch (fachliche) Grenzen verstehen, den eigenen gesetzlichen Auftrag kennen und gut über Verfahrens- und Mitteilungswege informiert sein.

Guter Kinderschutz funktioniert nur, wenn die Zusammenarbeit zwischen den unterschiedlichen Systemen und Professionen zur Wahrnehmung des Schutzauftrages bei Kindeswohlgefährdungen kontinuierlich gestärkt wird. Dem Kinderschutz in Wülfrath wurde in dieser Gründungsveranstaltung noch einmal die Bedeutung zugemessen, die notwendig ist. „Interdisziplinäre Vernetzung verhindert, dass Kinder und Jugendliche in unserer Gesellschaft verloren gehen“, betonte Bärbel Habermann, Leiterin des Jugendamtes Wülfrath, am Ende der Veranstaltung.