Das System hat sich noch nicht eingeprägt

Seit dem 1. April gilt „Sperrmüll auf Abruf“. Die rote Sperrgutmarke hat ausgedient. Bürger können sie bis 13. Juli zurückgeben.

Wülfrath. Am 1. April dieses Jahres fiel der Startschuss für das neue städtische Abfallsystem 2018 plus. Es beinhaltete für die verbliebenen Haushalte den Umstieg vom Restmüllsack auf die Tonne und eine gänzlich neue Sperrgutabfuhr. „Das war ein gewaltiger Akt und bedeutete für die Bürgerinnen und Bürger den Ausstieg aus alten Gewohnheiten und das Anfreunden mit neuen Serviceleistungen. Die stadtweite Umstellung auf Restmülltonnen haben die Wülfrather gut gemeistert“, lobt jetzt Technischer Dezernent Martin Barnat in einer Mitteilung der Verwaltung. Fügt aber gleich einschränkend an: „Das neue Sperrmüllsystem ist noch nicht bei allen angekommen.“

Dass es für die Entsorgungsform „Sperrmüll auf Abruf“ weiter größeren Aufklärungsbedarf gibt, stellt die Abfallberaterinnen im Rathaus regelmäßig fest. „Hierzu werden noch viele Fragen am Abfalltelefon gestellt“, sagt Ulrike Eberle im Gespräch mit der WZ. Es werde beispielsweise gefragt: „Gibt es keine Sperrmüllmarken mehr? Was muss ich tun, damit mein Sperrmüll abgeholt wird? Wo kann ich Sperrmüll hinbringen, wenn es eilig ist? Warum wird unser Sperrgut nicht am Wertstoffhof in Velbert angenommen?“

Antworten gebe es nicht nur am Telefon, sondern auch im an die Wülfrather Haushalte verteilten Abfallkalender 2018, erklärt Eberle. Auf den Seiten zehn und zwölf werde der neue Sperrgut-Service im Detail gut erläutert. „Das Wichtigste ist, dass es seit dem 1. April keine Sperrmüllmarken mehr zu kaufen gibt. Wir wollten den Bürgern die Wege ins Bürgerbüro, die Medienwelt oder nach Rohdenhaus ersparen. Die dort erworbenen Marken mussten vor April auf jedes an die Straße gestellte Teil geklebt werden. Jetzt sind die Kosten schon in der allgemeinen Restmüllgebühr enthalten. Jeder Haushalt kann nun an bis zu zwölf Terminen pro Jahr seinen Sperrmüll abholen lassen“, stellt Ulrike Eberle fest.

Dafür müssen die Abfallbesitzer bei dem von der Stadt beauftragten Entsorger Awista in Düsseldorf entweder unter Telefon 0211/830 99 160 anrufen, oder sie melden ihr Sperrgut online an (Link siehe unten). „Die Firma vergibt dann den individuellen Abfuhrtermin, bei der Online-Vergabe auch noch am Wochenende. „Das hat uns Awista zugesichert“, sagt Ulrike Eberle.

Wülfrather hatten sich die roten Sperrgutmarken auch auf Vorrat gekauft. „Vom 1. Januar bis zum 20. Juni 2018 haben wir 2582 rote Müllmarken verkauft und 176 Marken zurückgenommen“, teilt die Abfallberatung auf Anfrage mit. Da diese nun keine Verwendung mehr finden, bietet die Stadt die Rücknahme zum vollen Preis an. Jeder Haushalt, der noch Sperrgutmarken besitzt, kann diese bis Freitag, 13. Juli, dem Start der Sommerferien in NRW, im Bürgerbüro im Rathaus-Foyer zurückgeben. Pro Marke werden drei Euro erstattet.

„Ein vierwöchiger Abfuhrrhythmus fürs Sperrgut ist auch in den Nachbarstädten gängige Praxis. Eine höhere Frequenz könnten wir auch gar nicht bezahlen“, versichert Ulrike Eberle. Und wenn es einmal sehr eilig sei, zum Beispiel bei einem Umzug, bestehe noch die Möglichkeit brennbares Sperrgut wie Möbelstücke, Couch, Teppiche und Gartenstühle zur Müllverbrennungsanlage, Korzert 15, in Wuppertal-Cronenberg zu bringen. Dort kostet die Verbrennung der ersten 100 Kilogramm pauschal zehn Euro, jede weiteren 100 Kilogramm 16,60 Euro.

„Und wenn die Restmülltonne mal nicht ausreicht, zum Beispiel weil es Tapetenreste oder Partymüll zu entsorgen gilt, können dafür 40-Liter-Säcke zu je vier Euro im Bürgerbüro erworben werden“, so Eberle. Wichtig zu beachten: Bei der Renovierung nicht verbrauchte Farben und Lacke gehören nicht in den Sack oder die Tonne. Sie werden am Schadstoffmobil angenommen, das einmal monatlich, jeweils dienstags, an drei Standorten im Stadtgebiet Station macht. Dort können auch kleine Elektro- und Elektronikgeräte abgegeben werden. „Alternativ auch am Wertstoffhof an der Industriestraße 33 in Velbert. „Die Abgabe von allgemeinem Sperrgut ist dort nur den Velbertern vorbehalten, die die Kosten über ihre Abfallgebühren tragen“, stellt die Wülfratherin fest.

Weil die Umstellung aufs neue System holprig verlaufen sei, hatte Ausschussvorsitzender André Herbes von der Wülfrather Gruppe im jüngsten Ausschuss für Umwelt und Ordnung für die Sitzung am 11. September gefordert, einen Vertreter von Awista einzuladen. Dezernent Barnat hatte entgegnet, dass sich nach zehn Wochen und angesichts einer Vielzahl von Feiertagen eine Regelmäßigkeit noch nicht eingeprägt habe. „Derzeit sammeln wir noch Erfahrungen und wollen unmittelbar nach den Sommerferien ein erstes Zwischenresumée geben“, verspricht Ulrike Eberle.

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