Das neue Museumskonzept steht

Der Museumsbesuch soll für die künftigen Besucher zu einem Erlebnis werden.

Velbert. Wie klaut man die Diamanten des Maharadscha? Geht es nach den Vorstellungen von Yvonne Gönster, widmen sich Besuchergruppen im sogenannten Escape-Raum des neuen Schloss- und Beschlägemuseums dieser aufregenden Aufgabe. „Da könnten verschiedene Codes geknackt werden, auch Laserstrahlen, über die man steigt, sind denkbar, wir haben uns da schon im Spionagemuseum informiert“, erläuterte die Mitarbeiterin des Museums einen Baustein des neuen Museumskonzeptes, das jetzt vom Haupt- und Finanzausschuss abgesegnet wurde.

Jörg Werner, Geschäftsführer Agentur „Museumsreif“

Dieser Erlebnisraum soll seinen Platz in der Villa Herminghaus erhalten, deren Wintergarten zu einem museumspädagogischen Raum wird.

„Sonderausstellungen wird es auch in der Villa geben“, versicherte Museumsleiter Ulrich Morgenroth. Die oberen Räume des einstigen Fabrikantenwohnhauses werden als Büroräume genutzt. Das Innere des Neubaus wird durch Module in Form von Sheddächern bestimmt, wie Jörg Werner beschrieb. „Das passt zu der Industrie.“

Der Geschäftsführer der Agentur „Museumsreif“ stellte das Konzept für den Neubau zwischen Villa und Forum Niederberg vor. Die Entwicklung der Schließtechnik wird durch Stadtgeschichte ergänzt. „Die Stadtgeschichte gibt es nicht ohne die Technikgeschichte“, so der Museumsfachmann, der zu diesem „hochwertigen Ansatz“ in der Mitte eine Art Insel schaffen möchte, auf der Firmen den aktuellen Stand der Technik darstellen, so nach dem Thema: „Was heißt Sicherheit in Zukunft?“ Als „Knaller“, der sich auf Pressefotos gut macht, soll ein humorvoller Roboter, „ein richtig schlauer Kerl, der auch seine schwache Seiten hat“, thematisch mit den Besuchern in Aktion treten.

Manuel Villanueva-Schmidt vom Immobilienservice versicherte besorgten Ratsmitgliedern, dass die gebürstete Metallaußenfassade weitgehend wartungsfrei sei. Von der Brücke, die den Museumsneubau überspannt und das Parkhaus Oststraße mit dem Dach der Stadtgalerie verbindet, soll keine Geräuschbelästigung ausgehen. „Wir müssen jetzt die Inhalte entwickeln“, beschrieb Museumsleiter Morgenroth die nächste, sehr komplexe Aufgabe, für die er Partner aus der Industrie braucht. „Einige Rückmeldungen habe ich schon. Was uns von anderen Museen unterscheidet, ist die Tatsache, dass unsere Industrie noch existiert.“ Ende 2018 soll der Neubau stehen, Anfang 2019 startet der Innenausbau.