Velbert: Das Hausdach zur Solartankstelle machen

Velbert : Das Hausdach zur Solartankstelle machen

Verbraucherzentrale NRW und der Klimamanager werben für mehr Photovoltaikanlagen.

. Benziner sind schlecht für die Luft und das Klima, Diesel sind auch keine echte Alternative – das E-Auto dagegen gilt als Weg zur sauberen Mobilität. Aber solange noch teilweise Kohlestrom den Motor antreibt, kann das doch eigentlich keinen Unterschied machen? Doch, wie Energieberaterin Susanne Berger von der Verbraucherzentrale NRW erklärt: „Ein Elektroauto verbraucht weniger Energie als vergleichbare Wagen mit Verbrennungsmotor. Schon deshalb verursacht es einen geringeren CO2-Ausstoß. Lädt man das E-Auto dann noch mit der Kraft der Sonne, wird dieser Vorteil fürs Klima natürlich noch viel größer.“

„Viele Dächer von Velberter Eigenheimen könnten zu Solartankstellen werden – das lohnt sich auch finanziell“, erklärt Andreas Adelberger, Beratungsstellenleiter der Verbraucherzentrale NRW an der Friedrichstraße 107 in Velbert jetzt anlässlich der Vorstellung der neuen Aktion „Sonne im Tank“, die Bestandteil des Projekts „Energie 2020“ der Verbraucherzentrale NRW ist, das mit Mitteln des Landes und der EU gefördert wird.

Hausbesitzer können Solarstrom gegen Vergütung einspeisen

„Strom vom Dach kostet nicht einmal halb so viel wie Strom aus dem Netz. Eine große Photovoltaikanlage kann übers ganze Jahr gerechnet einem tagsüber ladenden E-Auto durchaus die Hälfte der benötigten Energie liefern. Weiterer Solarstrom fließt in den Haushalt für Kühlschrank und ähnliches, der Rest gegen Vergütung ins Netz. Richtwerte kann ein Solarrechner im Internet liefern“, erläutert Energieberaterin Susanne Berger. „Mit einem Batteriespeicher fließt dann noch mehr sauberer Strom in den eigenen Haushalt und ein Elektroauto, die Wirtschaftlichkeit der Anlage sinkt dann allerdings“. Hier seien die eigenen Prioritäten entscheidend.

Auch die Stadt Velbert sei in Sachen Elektromobilität auf einem guten Weg erklärt Klimamanager Marian Osterhoff: „Einerseits wurden Ende 2018 in Kooperation mit den Stadtwerken die ersten öffentlichen Ladestationen für Elektroautos im Stadtgebiet in Betrieb genommen, weitere E-Ladesäulen werden noch dieses Jahr folgen. Andererseits stellt die Stadtverwaltung ihren Fuhrpark die nächsten Jahre sukzessive auf E-Autos, schafft die entsprechende Ladeinfrastruktur und prüft bei Sanierungsarbeiten an eigenen Liegenschaften die Eignung der Dächer zur Photovoltaik- und Solarthermienutzung. Die Förderung der Elektromobilität und die Nutzung von Strom aus erneuerbaren Energien bilden wesentliche Bestandteile der Energiewende und des Klimaschutzes. Ich erachte es dabei als selbstverständlich, dass wir als Stadtverwaltung in Velbert mit einem guten Beispiel vorangehen und als Vorbild agieren“.

Wie gut sich ein Dach, mit oder ohne E-Auto, für Photovoltaik eignet, können Velberter im Solarkataster des Kreises Mettmann im Internet feststellen. Wer bei der Planung einer Photovoltaik-Anlage Unterstützung und konkrete Tipps zur Vorgehensweise haben möchte, kann eine Beratung zu Solarstrom als Vor-Ort-Termin bei der Energieberatung der Verbraucherzentrale unter Telefon 02102/101 78 90 buchen. Im Rahmen der Aktion wird der Solarstrom-Check bis 31. Juli mit 30 statt 60 Euro Eigenanteil angeboten.

Effizienz von solarthermischen Anlagen soll erhöht werden

Die zweite Aktion im Kreis dient der Effizienzsteigerung von solarthermischen Anlagen, die Wärme aus Sonnenlicht gewinnen – ohne Brennstoff und Emissionen. Die Aussicht auf niedrige Heizkosten macht die Technik auch für Privathaushalte interessant. „Leider geht die Rechnung in der Praxis nicht immer auf. Im Echtzeitbetrieb sparen die Anlagen manchmal weniger als erhofft“, erläutert Susanne Berger. Anlagen, die nicht die angenommenen Erträge bringen, untersucht die Verbraucherzentrale in der Zeit vom 1. Mai bis zum 30. September hinsichtlich ihres Ertrages.

„Wir freuen uns über das Engagement des Kreises Mettmann, die Aktion der Verbraucherzentrale in jeder Stadt mit fünf kostenlosen Beratungen im Rahmen der Initiative Alt-Bau-Neu zu unterstützen“, ergänzt Marian Osterhoff und betont: „Gerade im Bereich des Wärmesektors müssen wir noch eine Menge Energie einsparen, um unsere Klimaschutzziele zu erreichen. Das zeigt uns auch unser Klimaschutzkonzept auf.“ HBA

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