Das Café Pützer lockt nach Düssel

Mit viel Liebe zum Detail gestaltete Inhaber Christian Katzera das alte Fachwerkhaus um.

Wülfrath. Es dürften wohlwollende Blicke sein, mit denen Carl Schmachtenberg das Treiben in der Dorfstraße verfolgt. Schließlich ist der Heimatdichter schon seit Monaten ein aufmerksamer Zeuge dessen, was sich gerade in Sichtweite im Pützer-Haus tut.

Am Pfingstwochenende haben sich dort die Türen des „Café Pützer“ geöffnet und gleich in den ersten Tagen herrschte so viel Trubel, dass Inhaber Christian Katzera sagt: „An einem Tag war am späten Nachmittag der Kuchen ausverkauft.“ Das wird ihm bestimmt niemand übelgenommen haben, und auch er selbst will es langsam angehen lassen mit seinem Kaffeehaus, in das er im vergangenen Jahr viel Herzblut gesteckt hat.

Bis auf wenige Details hat er die Umbauten in den Innenräumen in Eigenregie gestemmt. Für die Küche wurde ein zusätzlicher Raum an das alte Fachwerkhaus angebaut und auch der Gastraum wurde komplett saniert. Schaut man sich dort um, fällt vor allem eines sofort ins Auge: Es ist eine besondere Liebe zum Detail, mit der Christian Katzera zu Werke gegangen ist.

Mit dem sprichwörtlichen „Schuster bleib bei deinen Leisten“ hat es der Glasermeister übrigens nicht so genau genommen. Denn es sind längst nicht nur die Glasarbeiten, bei denen er selbst Hand angelegt hat. Auch die Tische hat er selbst aufgearbeitet. In der Toilette hat Katzera Holzkanten über den Fliesen in die Wand eingelassen und die Spiegel passend zum Holzverlauf geschnitten.

Es sind diese liebevollen Kleinigkeiten, die nicht nur die Innenarchitektur zu einem Gesamtkunstwerk werden lassen. Auch auf der Terrasse gibt es wunderbare Details, die einem gefallen können. Da wäre die „Café Pützer“-Inschrift an der Hausfassade, für die Stefanie Paucken spontan den Pinsel in die Hand genommen hat. Die großformatigen Malereien der Wülfrather Künstlerin schmücken auch den Innenraum der Gaststube. Es gibt überhaupt vieles, was das „Café Pützer“ mit dem Dorf verbindet. Aufmerksam begleiteten die Düsseler schon den Umbau des Wohnhauses, das Christian Katzera vor fünf Jahren gekauft hatte.

Für seine Café-Idee bekam er viel Zuspruch und seine Geschäftsführerin Alexandra Haupt wohnt direkt um die Ecke. Beide waren sich schon bald einig: Auf der Speisekarte soll es österreichisch zugehen. Germknödel, Wiener Schnitzel vom Kalb oder auch die Jausenplatte sprechen eine deutliche Sprache. „Wir haben einen fantastischen Koch, der alles frisch zubereitet“, schwärmt Christian Katzera in den höchsten Tönen von seinem Küchenchef.

Den Gästen scheint´s zu gefallen. „Das hat sich sogar schon bis nach Wuppertal herumgesprochen“, freut sich Alexandra Haupt. Übrigens: Bevor Katzera seine Pläne beim Bauamt eingereicht hat, wollte er unbedingt seinen Nachbarn um dessen Einverständnis bitten. Der hielt das Ganze für eine gute Idee und deshalb gibt es in der Dorfstraße nun das „Café Pützer“.