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CVJM N3eviges will Spielelounge zur Institution machen

Neviges : CVJM will Spielelounge zu einer Institution machen

Gesellschaftsspiele brachten im Gemeindehaus Jung und Alt an einem Tisch.

„Wir kaufen Züge und Lokomotiven, handeln mit Aktien und verdienen Geld“, bringt Joachim Schabrowski den Sinn des Spiel „18 CZ“ auf den Punkt, in dem Eisenbahnpioniere das Schienennetz von Tschechien aufbauen. „Es ist eine Wirtschaftssimulation, kein Glücksspiel, ein bisschen Rechnen muss man können und ein wenig in die Zukunft blicken“, führt der Spieler aus Essen weiter aus. „Es ist sehr komplex, aber sehr gut und nichts für Kinder“, ergänzt sein Nevigeser Mitspieler Michael Schepers. Im evangelischen Gemeindehaus kamen jetzt Spieler von acht bis 80 Jahren zusammen, um ihrer Leidenschaft für Gesellschaftsspiele aller Art nachzugehen.

Das Schöne daran war, dass man sofort loslegen konnte, ohne dass großartig irgendwelche Beschreibungen studiert werden mussten. Dafür saßen „Erklärer“ an den Tischen, so wie Marco Troschkas, der Bianca Simom und ihrem Sohn Simon zeigte, wie sie in der grünen Hölle von Menara zu Forschern werden und einen verschwundenen Tempel neu aufbauen.

An einem anderen Tisch stellte Birgit Langley „Voll Schaf“ vor: „Das ist ein Legespiel für Kinder ab acht Jahren mit sehr einfachen Regeln.“ Emely begeisterte sich derweil für das Kartenspiel „Skip-Bo“ und findet diese Spielelounge „cool“. „Man ist mit Mehreren zusammen und probiert Spiele aus.“ Andreas Schulz konnte dem zustimmen: „Man lernt Spiele und Spieler kennen, die man zuvor nicht kannte.“

Die Idee zur ersten großen Nevigeser Spielelounge hatte ihren ersten Testlauf im Rahmen von „Der nächste Bitte“. „Das wurde sehr gut angenommen“, erinnert sich Sebastian Hennlich, der Vorsitzende des CVJM Neviges. Zusammen mit André Volkmann von „spielpunkt.net“ wurden Helfer und jede Menge Spiele akquiriert.

„Neben eigenen Spielen haben uns Verlage direkt nach der Essener Spiele-Messe die Demonstrationsexemplare zukommen lassen“, so der Nevigeser Spiele-Blogger. „Mal schauen, ob wir eine große Community hinkriegen. Außer den Ratinger Spieltagen ist der Kreis Mettmann ein schwarzes Loch in Sachen Spielen“, so der Internetpublizist, der mehr Leute für diese Art der Freizeitbeschäftigung begeistern möchte. Das ist ganz im Sinne des CVJM, der die Spielelounge gerne zu einer festen Institution werden lassen möchte. „Mit der Resonanz sind wir zufrieden, wir sind zuversichtlich, dass wir das künftig zweimal im Jahr anbieten können“, freut sich Sebastian Hennlich. „Das ist eine tolle Sache, das bringt Menschen über alle Generationen an einem Tisch
zusammen.“

Das Team der christlichen Nevigeser Jugendorganisation hatte sich mächtig ins Zeug gelegt, um den Besuchern das Spielerlebnis so schön wie möglich zu machen. So gab es kalte und heiße Getränke sowie Nervennahrung in Form von Schokolade und Waffeln, in der Küche wurden Sandwichtoast und Paninis mit Hühnchenbrust, Avocada Smash, Rucola und Käse zubereitet.

Der Erlös kommt der Jugendarbeit der evangelisch-reformierten Kirchengemeinde zu Gute, die neben dem hauptamtlichen Jugendleiter René Görtz von vielen ehrenamtlichen Kräften getragen wird, die zum Teil früher selber Besucher waren. Jeden Freitag steigt ab 19 Uhr im Jugendkeller an der Roonstraße der „Ecksein-Club“, ein offener Treff für Jugendliche ab zwölf Jahren, zuvor kommt um 17 Uhr die Jungschar für Kinder zwischen acht und zwölf Jahre zusammen. „Das ist immer ein gestaltetes Programm, mit Bastelaktion, Keks backen oder Schnitzjagden. Donnerstags von 18 bis 19.30 Uhr sind Mädchen von zehn bis 13 Jahren unter sich. Daneben werden Jugendfreizeiten angeboten: Nachdem jahrelang Skandinavien das Ziel war, geht es im Jahr 2020 zwei Wochen lang nach Ungarn.