1. NRW
  2. Kreis Mettmann
  3. Velbert, Neviges und Wülfrath

Crowdfounding finanziert neue Platte von Liedermacher Nicolai Burchartz aus Wülfrath

Wülfrath : Wülfrather sucht Unterstützung bei Fans

Nicolai Burchartz begeistert mit seiner Hunde-Hymne „Wenn Frida lächelt“ das Publikum. Er arbeitet an neuem Album.

In der Düsseler Hundeszene ist Frida bekannt wie ein bunter Mensch. Frida ist die vierbeinige Gefährtin von Liedermacher Nicolai Burchartz. Über ihre gemeinsamen Erfahrungen auf den Gassirunden an der Tillmannsdorfer Sattelfalte hat er das Lied „Wenn Frida lächelt“ geschrieben. Diese Hunde-Hymne fand beim Publikum enormen Zuspruch – messbar an den Klickzahlen und an der Vehemenz, mit der die Zuhörer bei Konzerten das Lied immer wieder herbeiwünschen.

„Die Idee zu einem ganzen Hunde-Album kam über den Frida-Song. Es sind immer wieder Leute auf mich zugekommen und fragten: ‚Kannst Du nicht mehr Hunde-Songs schreiben?“, erzählt der Sänger aus dem Bardenleben: „Doch mir fehlte die Inspiration dazu.“ Dann lernte er die Yorkshire-Terrierin Trixi kennen, die alle immer niedlich finden und die doch das Herz einer Wölfin hat.

Acht Songs hat er bereits fertig, zehn Stücke sollen es werden

Mit Trixi traf er bei einem Songwriting-Workshop in Rosenheim zusammen. Und über Trixi schrieb Burchartz sein zweites Hunde-Lied: „Dann habe ich gemerkt, dass ein Album über Hunde auch ein Album über ihre Menschen werden wird.“ Weitere Songs – schon acht von anvisierten zehn – sind derzeit in der Mache. Alle handeln von einer Beziehung zwischen einem Menschen und einem Hund, unentzweibare Teams, die er kennengelernt hat und die ihn beeindruckt haben. Zwei Liedgeschichten sind noch offen und warten darauf, von Burchartz entdeckt zu werden.

Hunde fanden und finden sich fast überall, stellt der Melodientüftler fest: „Alle Geschichten, die Du erzählen kannst, kannst Du auch über Hunde als Ventil erzählen. Die Leute öffnen sich, wenn es um ihre Tiere geht. Ihre Herzen werden weich und sie sind bereit, in Kontakt zu treten. Dieses Album möchte ich unbedingt machen.“

Die Produktion soll erneut über ein Crowdfunding bezahlbar werden. Das übliche Verfahren großer Online-Plattformen, bei denen im engen Zeitkorridor das Budgetziel erreicht werden muss, empfand Burchartz beim letzten Album als übergroßen Druck. So läuft seine Fan-Finanzierung diesmal direkt über seine Website und ganz ohne Terminstress. Seit dem Start des Projekts haben 40 Unterstützer schon 2531,50 Euro zur Verfügung gestellt (Stand: 26. März). Die Geldgeber können sich eines der selbst entworfenen Dankeschöns aussuchen, vom einfachen Autosticker bis hin zur personalisierten Komposition. Mit der Studioeinspielung soll es losgehen, sobald die benötigten 7500 Euro beisammen sind. Das habe aber Muße, weist Burchartz jede Hektik von sich. Die CDs sollen etwa im März 2021 frisch gepresst sein und „Platz...! für mehr Gefühl“ heißen.

Über die unbekümmerte Schweizerhündin Grutzi, die sich wegen lahmer Hinterläufe mit einem Rollwagen fortbewegt und deren Frohmut ihn erstaunen ließ, hat der Musiker zum Auftakt der Schwarmsammlung das selbst illustriertes Musikvideo „Was ist schon normal?“ auf seiner Website veröffentlicht: „So wissen die Leute, was ich vorhabe.“ Das herzwärmende Kleinkunstwerk entstand im Zusammenwirken mit der Bildbearbeiterin Laura Baecker und dem Meistertoner David Ropertz. Bei den Kommentartoren auf den sozialen Medienkanälen kommt dieses Grüezi-Video sehr gut an. Burchartz zeigt sich beeindruckt von dem Effekt, den der Kurzfilm schafft: „Alle, denen ich das Video gezeigt habe, hatten Tränen der Rührung in den Augen.“ Das nächste Lied wird von praktischen Lebenslektionen handeln, die Burchartz von der Hunde-Philosophin Ulli Reichmann gelernt hat.

Einmal im Jahr gibt Nicolai Burchartz ein Benefizkonzert. Für diesen Sommer hat er noch keines vereinbart und wartet noch auf die zündende Idee, welche gemeinnützige Intitiative eine solche Unterstützung am besten gebrauchen könnte. In seinem Heimatort Düssel möchte Burchartz nicht nur wegen der eingeschworenen Hundeszene dauerhaft wohnen bleiben und schaut sich dort mit seiner Frau bereits nach einem Eigenheim um. Er stellt fest: „Es ist einfach unsere Heimat geworden.“