Neviges : Corona hält Feuerwehr nicht auf

Trotz der Beschränkungen in der Pandemie sind die Kräfte einsatzbereit.

Die Corona-Pandemie mit ihren Beschränkungen betrifft auch den Nevigeser Löschzug der Freiwilligen Feuerwehr. „Aufgrund der hohen Inzidenzwerte ist ein Übungsdienst in Präsenz nicht möglich“, bedauert Tobias Flentje-Meier, der Einsatzbereichsleiter Neviges und gleichzeitig stellvertretender Leiter der Feuerwehr Velbert. Wenn es brennt, können sich die Nevigeser aber weiter auf die ehrenamtlichen Helfer verlassen. „Ganz wichtig ist es dabei, dass die Kameraden alle einen Mund-Nasenschutz tragen, und das bereits, wenn sie die Feuerwache betreten. Der bleibt auch in den Fahrzeugen und am Einsatzort drauf – das klappt ganz gut.“ Abgesetzt werden die Gesichtsbedeckungen nur, wenn zum Schutz vor schädlichen Rauchgasen der schwere Atemschutz mit den Pressluftflaschen angelegt werden muss.

Da unvermeidbar die Vollmasken mit der Sichtscheibe mit Mund- und Nasensekreten in Berührung kommen, werden die gebrauchten Exemplare sofort in einem Müllsack gesteckt und versiegelt. „Auf der Hauptwache an der Kopernikusstraße befindet sich die Atemschutzwerkstatt, da werden alle Masken gewaschen, desinfiziert und in einem neuen Beutel einschweißt. Das wurde aber immer schon so gemacht“, weiß der Vizefeuerwehrchef, der im Moment nur per Videokonferenzen mit den anderen Führungskräften in Kontakt steht. Damit wenigsten die visuellen Kontakte unter den aktiven Kameraden zu Stande kommen, ist ein visueller Übungsdienst angedacht. „Das wollen wir in den nächsten Wochen ausprobieren.“

Lehrgänge finden nicht statt. Nach einer ganz aktuellen Änderung der Coronaschutzverordnung für NRW darf mit der Grundausbildung begonnen werden. „Das kann jede Kommune für sich entscheiden, hier ist der Bürgermeister gefragt. Außerdem liegt es im Ermessen der meist ehrenamtlichen Ausbilder, ob sie so die Durchführung verantworten können.

Nach wie vor kommt der Nachwuchs aus der Jugendfeuerwehr, gerade sind zwei Jungwehrleute in die Nevigeser Einsatzabteilung übergetreten. „Die Begeisterung für die Jugendfeuerwehr wird häufig durch Mundpropaganda weitergegeben“ hat Flentje-Meier erfahren. „Es spricht sich in der Schule herum, wie toll es bei der Jugendfeuerwehr ist.“ Daneben wird die Begeisterung bei den großen Veranstaltungen geweckt, wie dem Florianstag mit dem ökumenischen Gottesdienst im Nevigeser Mariendom und dem anschließenden Tag der offenen Tür an der Feuerwache an der Siebeneicker Straße. „Ich glaube nicht, dass sich so eine große Veranstaltung mit rund 1000 Besucher in diesem Mai durchführen lässt“, so Flentje-Meier.

Ein besonderer Hingucker sei dabei immer das Opel-Blitz Löschfahrzeug gewesen, das 1939 von der Stadt Neviges angeschafft wurde und bis in die 80er Jahre im Dienst stand. Der Oldtimer wird liebevoll durch Mitglieder der Alters- und Ehrenabteilung gepflegt, die mit dem Wagen noch in den Einsatz fuhren. „Die können als Risikogruppe jetzt nicht zusammen kommen, deshalb bleibt der Motor ausgebaut.“

Die Mitglieder des Löschzuges Tönisheide müssen sich noch wenige Wochen gedulden, bis sie das neue Gerätehaus an der Hochstraße beziehen können. „Der Generalunternehmer fing später an und kam an seine Kapazitätsgrenze. Zum Monatswechsel wird es so weit sein“, schätzt Michael Lobe. „Es sind noch Kleinigkeiten fertigzustellen und noch einige formale Dinge zu erledigen, unter anderen die brandschutztechnische Abnahme, die auch bei einem Feuerwehrgebäude nötig ist,“ so der Fachbereichsleiter des städtischen Immobilienservice. Er ist sich sicher, dass mit dem Neubau dem Ehrenamt neuer Schwung gegeben werden kann.

Einen konkreten Umzugstermin kennt Ralf Laupenmühlen nicht, dennoch macht sich der Tönisheider Löschzugführer so seine Gedanken: „Wir müssen sehen, wie wir dass unter Einhaltung der Coronaschutzmaßnahmen hinkriegen.“