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Choreographien kommen bei Sportlerinnen des RSC Neviges ins Rollen

Velbert : Die Choreographien kommen bei den Sportlerinnen wieder ins Rollen

Der Verein kämpft für passende Zeiten in der Skaterhalle im Sportzentrum.

So langsam kommen die Mädchen wieder ins Rollen: Corona hat das Training des Rollsportclubs Neviges (RSC) anderthalb Jahre lang ausgebremst. „Unter Einhaltung der drei Gs konnten vor den Sommerferien die Übungsstunden wieder beginnen“, ist die 1. Vorsitzende Diana Ruhland froh. Sie bedauert, dass 20 Mitglieder kündigten. „Die dabeiblieben, konnten es kaum erwarten, dass es wieder mit dem Training losgeht, wobei sie teilweise von vorne anfangen müssen. Sie konnten keine Kür aufbauen.“ Die Pandemie hat das ansonsten vielfältige Vereinsleben stark getroffen. „Es konnten keine Grillabende oder Ausflugsfahrten unternommen werden. Die Weihnachtsfeier fiel aus, die Tüten wurden auf einem Parkplatz in die Autos gereicht“, so Ruhland weiter. „Es gab kein Schaulaufen und keine Wettkämpfe, uns fehlen die Einnahmen“, so Kassiererin Sandra Kissling. „Für den Wettkampf im März 2020 hatten wir bereits für ein paar hundert Euro Pokale gekauft, dann mussten wir absagen. Das Datum werden wir überkleben müssen“, blickt Diana Ruhland auf den nächsten sportlichen Vergleichswettbewerb.

Dem kommenden Jahr wird besondere Aufmerksamkeit gewidmet: Der RSC wird 50 Jahre alt. „Damals in der ehemaligen Stadt Neviges gegründet waren wir der erste Rollsportverein in der Gegend. Das Training fand in der Halle an der Maikammer statt, wo wir auch noch trainieren. Inzwischen sind wir durch viele Velberter Hallen getingelt“, berichtet die Vorsitzende, die Bedenken hat, keine passenden Zeiten in der Skaterhalle des Sportzentrums zu erhalten. „Die ist besonders für die Leistungskinder eingerichtet, das sieht man den extra aufgemalten Kreisen. Wir sollen demnächst freitags von 20 bis 22 Uhr Zeiten erhalten, zu der Uhrzeit werden aber kaum Eltern ihre Mädchen schicken, die in der Leistungsklasse zum Teil erst zehn Jahre alt sind“, befürchtet Sandra Kissling.

Diana Ruhland hat dem Bürgermeister in einem Schreiben auf die Situation aufmerksam gemacht. „Auf die Antwort warte ich noch. Wir sind auf große Hallen angewiesen, um eine Kür durchführen zu können. Dafür brauchen wir mindestens eine Zweifachturnhalle.“ Derzeit frönen dem Rollschuhtanz nur Mädchen. „Mein Sohn ist mal gelaufen, aber ihm fehlt das Talent“, so die nüchterne Feststellung von Diane Ruhland.

In den vergangenen Jahren entführte der RSC mit seinem Schaulaufen jedes Jahr im Spätherbst ganze Familien in eine traumhafte Show. Nach „Tabaluga“ zog zuletzt „Alice“ die Zuschauer in ihre „märchenhaften Zauberwelt“. In diesem Jahr wird es nichts mit der Aufführung, der Verein hofft auf sein Jubiläumsjahr 2022. „Das ist so ziemlich das einzig Positive an Corona: Wir können die Zeit nutzen, um neue Kulissen zu und Kostüme schaffen, die alten stammen zum Teil noch aus „Tabaluga“, so die Trainerin, die der Familie Liehr und der Trainerin Theresa Sieper für ihren Einsatz dankt. Als es die Infektionszahlen erlaubten, gab es ein erstes Training im Freien – ohne Rollschuhe: „Da wurden Choreographien eingeübt“, so Trainerin Jessica Liehr.

Den Deckel auf dem Regenrückhaltebecken am Hardenberger Schloss nutzen die Rollsportler schon lange nicht mehr. „Wir haben den Boden auf eigene Kosten überarbeitet, aber er wurde immer wieder wellig und bekam Löcher. Außerdem war die Bahn immer dreckig und musste vor der Benutzung gefegt werden musste“, beschreibt Diana Ruhland die Nachteile der Freiluftanlage am Waldrand. Dafür haben die Mädchen während des Lockdowns den Panoramaradweg als Trainingsstrecke für sich entdeckt und die Passanten in Erstaunen versetzt: „Wir bekamen Komplimente“, sagt Juli und schwebt durch die Skaterhalle.