Neviges : Bürgerverein kritisiert Verkehrssituation

An Themen herrscht beim BV Tönisheide kein Mangel. Gerne würde der Vorstand die Verantwortung in jüngere Hände legen.

Zu Beginn der Jahreshauptversammlung war es der Vorsitzenden Monika Hülsiepen indessen ein Anliegen, allen Vereinen, Verbänden und Einrichtungen für die gute Zusammenarbeit zu danken, die das erfolgreiche Miteinander im Ort erst ermögliche.

Ob Feuerwehr-Neubau oder Großbaustelle Nevigeser Straße, Neubauten am Wimmersberg, Glasfaserausbau oder Panorama-Radweg – die Themen, die Tönisheide im Jahr 2018 (und zum Teil schon seit viel längerer Zeit) bewegten, werden auch in den nächsten Monaten für Diskussionsstoff sorgen. Entsprechend umfangreich war der Vortrag des zweiten BV-Vorsitzenden Stefan Atzwanger über Rückblick und Perspektiven. Besonders schmerzlich waren die zahlreichen Abschiede, ein harter Schlag für den Ortsteil: Zum Jahresende schlossen die Sparkasse, das Café am Kirchplatz und, nach 120 Jahren, die Metzgerei Kampmann.

Freude über Startschuss für
neues Feuerwehr-Gerätehaus

Es gab aber auch gute Nachrichten. Manuel Villanueva-Schmidt, Leiter der Abteilung Planen und Bauen beim städtischen Immobilienservice berichtete über den neuesten Stand am Feuerwehr-Gerätehaus. Nach Verzögerungen im Vorjahr ist nun der Startschuss gefallen: Nach gut 60 Jahren an der Hochstraße ist der Löschzug am Wochenende in ein Ausweichquartier an der Neustraße umgezogen. Gestern begannen die Abbrucharbeiten am alten Gerätehaus, und schon in drei Wochen will der Generalunternehmer dort mit dem Neubau beginnen. Anhand von Plänen stellte der Tönisheider das Gebäude vor, das unter anderem drei Stellplätze für Fahrzeuge, Umkleiden und Sanitäranlagen auch für Frauen und einen Multifunktionsraum enthält. Die Fertigstellung ist für das zweite Quartal 2020 vorgesehen. Löschzugführer Ralf Laupenmühlen lobte die Zusammenarbeit mit dem Immobilienservice. Die Feuerwehr sei bei den Planungen eingebunden gewesen, und man finde sich in dem Neubau fast vollständig wieder.

Ebenfalls ein Dauerbrenner ist die Verkehrssituation. Seit 14 Monaten dauert der Kanalsanierung in der Nevigeser Straße ab Kröklenberg an. Inzwischen hat die Baustelle den Abschnitt zwischen Schubertstraße und Tönisheide-Mitte erreicht. Die Verkehrsregelung verursacht laut Bürgerverein teils chaotische Verhältnisse – etwa durch Rückstaus insbesondere zu den Stoßzeiten an den Baustellenampeln – und gefährliche Manöver: So dürfen Fahrzeuge von der Wülfrather Straße nur noch nach rechts auf die Nevigeser Straße abbiegen. Etliche Autos und sogar Lkw wenden danach kurzerhand und nicht selten ohne Rücksicht auf den Querverkehr, um in Richtung Velbert fahren zu können, wie mehrere Augenzeugen berichteten. Die Baustelle hat aber auch einen positiven Effekt: Der ungeliebte Kreisverkehr an der Einmündung Schubertstraße verschwindet, und es wird dort endlich der lange vom Bürgerverein geforderte Fußgängerüberweg gebaut, berichtete Stefan Atzwanger.

Anlässlich der turnusmäßigen Vorstandswahlen rief Monika Hülsiepen insbesondere die jüngeren Mitglieder zum Besuch des ab April wieder startenden Stammtischs, aber auch zur Mitarbeit bei den monatlichen Vorstandstreffen auf: „Wir freuen uns über jeden Besucher! Schließlich wollen wir den Stab von Generation zu Generation weitergeben und den Vorstand in jüngere Hände legen“, sagte die Tönisheiderin. Ihr Stellvertreter Stefan Atzwanger kündigte an, nur noch ein Jahr im Amt zu bleiben. Er stehe gern weiterhin mit Rat und Tat zur Verfügung, müsse aber aus beruflichen Gründen kürzer treten. Auch Schatzmeister Kurt Hörter, seit inzwischen 45 (!) Jahren im Amt, warb um junge Mitstreiter, die doch eigentlich für den Kassenjob prädestiniert seien: „Das läuft heute alles per Computer“ – viel weniger zeitaufwändig als in seinen ersten Jahren, als die Mitgliedsbeiträge noch bar eingesammelt wurden.