Blaulicht-Tag bietet Rettern eine Bühne

Auf dem Angermarkt stellten sich die Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei, THW, DRK und anderen Organisationen den Bürgern vor.

Wülfrath. Statt privater Pkw standen gestern auf dem Parkplatz des Anger-Marktes jede Menge Rettungs- und Einsatzfahrzeuge von Wülfrather Hilfsorganisationen und der Polizei — Fahrzeuge, die man sonst oft nur aus dem Fernsehen kennt. „Der Blaulichttag ist auch so etwas wie ein „Tag der offenen Tür“ der Rettungskräfte“, sagt Polizeihauptkommissar Marten Harms von der Kreispolizeibehörde Mettmann. Die Polizei war nicht nur mit einem Panzerfahrzeug vor Ort, sondern zeigte auch ihren modernen Wasserwerfer, den die Technische Einsatzeinheit aus Wuppertal unter anderem bei brisanten Fußballspielen einsetzt. „Er kann bis zu 10 000 Liter Wasser werfen. Mit ganz wenig Druck demonstrieren wir heute, wie das funktioniert“, erklärt Polizeihauptkommissar Harald Kleß.

„Mit dem Blaulichttag wollen wir uns auch bei der Bevölkerung für die Unterstützung der Rettungskräfte bedanken“, erklärt Marten Harms weiter. Zentrales Thema sei in diesem Jahr die richtige Bildung einer Rettungsgasse. „Die Besucher sollen hautnah erleben, wie das geht. Wir demonstrieren das mithilfe von Bobby-Cars.“ Und natürlich wolle man Personalwerbung betreiben.

Die Jugendfeuerwehr ließ Kinder mit Wasserschläuchen ein „brennendes“ Haus löschen. Auch die zweijährige Hannah und ihre Schwester Marie (4) sind begeistert bei der Sache. Aaron Friese (13) betreut die Aktion: „Ich finde es schön, Kinderaugen strahlen zu sehen.“ Und die Sprecherin der Jugendfeuerwehr, Sophia Dumeier, ergänzt: „Die Spritzwand ist für die Kinder immer ein cooles Erlebnis.“

„Unsere Kinder sind ganz angetan von der Feuerwehr“, erzählt die Mutter von Hannah und Marie, Jenny Appel. „Heute können wir ihnen zeigen, wie ein Feuerwehrauto mit den vielen Schläuchen in der Realität aussieht.“ Auf die 30 Meter hohe Drehleiter konnten die Besucher allerdings nicht steigen. „Wir brauchen sie, wenn es zum Einsatz kommt“, erklärt Tim Kirschner. Familie Appel hatte sich außerdem gefragt, was genau eigentlich die Aufgabe des THW sei. Das konnte Alexander Schommer beantworten: „Wir bieten die Technik für viele verschiedene Rettungseinsätze an.“ So stelle man etwa die Notfallbeleuchtung bei der Veranstaltung „WüRG im Park“.

Neben jeder Menge Informationen wollten die Organisatoren Kinder spielerisch an das Thema Lebensrettung heranführen. So konnten bei der DLRG Playmobil-Figuren mit Angeln aus einem Becken „gerettet“ werden. Ausbildungsleiter Heiko Dietrich hatte die Rettungsringe mit Liebe zum Detail selbst gebastelt. Zwar hatte die DLRG ein Rettungsboot dabei, aber die Ortsgruppe konzentriere sich aus Mangel an Gewässern eher auf die Schwimmausbildung, erklärte die stellvertretende Ausbildungsleiterin Tanja Kesterke. Nachwuchswerbung sei ebenfalls Thema. Ähnlich sieht es Katalin Beuker vom Jugendrotkreuz. „Wir wollen den Menschen die Angst nehmen“, sagt sie. „Sie können die Liegen im Patientenbereich gerne ausprobieren.“ Beim „Wundenschminken“ konnten die Kinder lernen, wie man Wunden richtig versorgt. Letztendlich gehe es auch darum, dass sich die Hilfsorganisationen untereinander kennenlernen und verstehen, sagt Tanja Kesterke. „Bis auf die Polizei arbeiten wir alle ehrenamtlich und sind eigentlich eine große Familie.“