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Wülfrath: „Bildungstandem“ sichert Zukunft

Wülfrath : „Bildungstandem“ sichert Zukunft

Vor 15 Jahren hat sich die heutige DRK-Initiative „Wülfrather Kinder in Not“ gegründet. Mit einem neuen Pilotprojekt soll Präventionsarbeit geleistet werden.

. Eigentlich bildete die Bezahlung von Mittagessen in Nachmittagseinrichtungen die Schwerpunktarbeit der Initiative „Wülfrather Kinder in Not“. Bis zu 120 Daueraufträge für die jeweils 50 Euro teure Monatsgebühr der mittäglichen Speisen verwaltete Ortsvereinsvorsitzender Wolfgang Peetz zu Höchstzeiten. Mit dem neuen Bildungs- und Teilhabegesetz wurde ein Großteil der Kosten (30 Euro) zunächst übernommen, seit vergangenen Jahr fallen sogar die 20 Euro Elternbeiträge auf Grund der Gesetzesänderungen weg.

Ehrenamtliche Helfer sollen Drittklässler unterstützen

„In diesem Zusammenhang ist bei uns viel Geld frei geworden“, erinnert sich Peetz, der mit diesem Geld neue Projekte initiieren möchte. Den Start soll ein „Bildungstandem“ darstellen. Die Zielsetzung ist einfach: Ehrenamtliche Helfer sollen Drittklässler auf ganz unterschiedliche Art unterstützen. „Es geht uns dabei nicht um die reine Nachhilfe“, verrät Pia Peuser. Mit fünfeinhalb Wochenstunden koordiniert die Sozialpädagogin das Projekt. „Manchmal wird auch einfach nur ein Gesprächspartner gebraucht. Viele Kinder beherrschen die Sprache noch nicht gut genug, um dem Unterricht folgen zu können“, sagt sie. Eine anfängliche Kooperation wurde bereits mit der Lindenschule eingegangen. Sieben Schüler hat die Schuleinrichtung der Koordinatorin bereits mitgeteilt, die wiederum aktiv auf der Suche nach ehrenamtlichen Helfern ist.

„Ich habe bereits vier junge Ehrenamtlerinnen am Gymnasium Wülfrath finden können, aber wir benötigen selbstverständlich noch mehr“, stellt Pia Peuser fest. Um die Kontinuität zu gewährleisten, sollten sich Interessierte für mindestens ein Jahr binden, bekommen im Gegenzug allerdings eine Ehrenamtsurkunde. „Die Zuverlässigkeit wäre auch für die Kinder wichtig, denn wir wollen ein Vertrauensverhältnis zwischen Kind und Ehrenamtler aufbauen“, ergänzt Wolfgang Peetz.

Die Idee des „Bildungstandems“ stammt übrigens aus Ratingen. In der kreisangehörigen Stadt läuft das Projekt bereits seit einiger Zeit sehr erfolgreich. „Dort werden sogar noch größere Kreise gezogen und der Übergang von Schule zum Beruf mitbegleitet“, weiß Peetz, der für das Wülfrather Pilotprojekt über den städtischen Tellerrand geblickt hat. „Das wäre sicher auch für uns interessant, aber zunächst einmal wollen wir an den Grundschulen starten.“

Bevor die aktive Kooperationsarbeit beginnt, wird es im Februar zunächst ein Treffen zwischen allen Akteuren (Lehrern, Schülern, Ehrenamtlern und Eltern) geben. Auch eine Informationsveranstaltung mit wichtigen Hinweisen zum Umgang mit Grundschulkindern soll zeitnah initiiert werden. Bei erfolgreichem Start des Projekts, möchte Wolfgang Peetz das Angebot zeitnah ausbauen und auch weitere Grundschulen die Kooperation anbieten. Erste Interessenten sind bereits vorhanden.