Velbert/Heiligenhaus Betriebsführung mit Selfie-Stick

Velbert. · Die Schlüsselregion bot erstmals einen virtuellen Rundgang für potenzielle Auszubildende an.

 Nadine Rajabpour führte eine Klasse des Berufskollegs per Video-Konferenz durch die Produktion von KFV.

Nadine Rajabpour führte eine Klasse des Berufskollegs per Video-Konferenz durch die Produktion von KFV.

Foto: KFV Karl Flieter Gmbh & Co. KG/KFV

(HBA) Neue Zeiten – neue Wege: Das niederbergische Unternehmensnetzwerk  Schlüsselregion e. V. hat die erste virtuelle Betriebsbesichtigung für Schüler des Berufskollegs Niederberg bei der KFV Karl Fliether GmbH & Co. KG an der Siemensstraße durchgeführt. Das Velberter Unternehmen ist eine Tochtergesellschaft der Siegenia-Aubi KG und spezialisiert auf hochwertige Haustürbeschläge sowie Schließsysteme. Vorgestellt wurden die Produktion und die Ausbildung im Betrieb.

Angesichts der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie müssen auch Ausbildungsbetriebe neue Wege gehen, um geeignete Auszubildende zu finden. Deshalb hat die Schlüsselregion mit dem Berufskolleg Niederberg (BKN) und KFV das Konzept des virtuellen Betriebsrundgangs entwickelt. Nadine Rajabpour, verantwortlich für die Ausbildung bei dem Unternehmen  führte dazu mit Handy und Selfiestick die Jugendlichen der Höheren Handelsschule durch den Betrieb, vom Wareneingang bis zum Versand, vorbei am Prüflabor und dem Werkzeugbau, der Instandhaltung und dem Lager.

„Ihr seht hier im laufenden Betrieb auf einen Blick die Stationen des Produktes, bis es schließlich zum Kunden kommt“, sagt Rajabpour vor laufender Handy-Kamera, während die Schüler des Berufskollegs vor ihren Bildschirmen im BKN-Medienraum an der Langenberger Straße  interessiert folgen.

„Da persönliche Begegnungen zwischen Schülern und Betrieben ja leider derzeit schwierig sind, haben wir uns dieses Format überlegt: Die Firma kommt virtuell direkt in die Klasse“, erklärt Thorsten Enge, der Geschäftsführer der Schlüsselregion und Organisator des Projekts.

Im Nachgang zur Betriebsbesichtigung hatten die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, ihre Fragen rund um die Ausbildung zu stellen. Gemeinsam mit ihren Auszubildenden, Moana von Oldenburg und Monika Kuczmera, berichtete Nadine Rajabpour vom Bewerbungsverfahren, dem Start als Azubi im Unternehmen und den verschiedenen Aufgabenbereichen. Denn: Auch die Industriekaufleute durchlaufen während ihrer Ausbildung bei KFV alle Bereiche und lernen die gesamte Produktion kennen. „So bekommt ihr ein gutes Gespür für unsere circa 20 000 verkaufsfertigen Produkte und versteht die Prozesse im Betrieb“, so Rajabpour.

Außerdem gab es an diesem Tag wertvolle Bewerbungstipps und die Möglichkeit, sich auf unkomplizierte Art und Weise um eine Ausbildung zu bewerben. Das Konzept kommt gut an: „Für uns war es eine sehr spannende Erfahrung, den Schülern unseren Betrieb auf eine ganz neue Art und Weise näher zu bringen. Es haben sich interessante Gespräche entwickelt und wir haben einige Interessenten für unsere Ausbildungsstellen gefunden“, berichtet Nadine Rajabpour.

Und auch Lars Bleibtreu, Abteilungsleiter der Höheren Handelsschule beim BKN, freut sich über die gelungene Premiere: „Viele unserer Schüler der Höheren Handelsschule haben Interesse an einer kaufmännischen Ausbildung. Da ist der virtuelle Betriebsrundgang eine tolle Möglichkeit, einen Betrieb kennen zu lernen und in Kontakt mit Ausbildungsleitung und Azubis zu kommen.“

Weitere virtuelle Betriebsbesichtigungen sollen folgen. Die Schlüsselregion macht an dieser Stelle aber auch darauf aufmerksam, dass es noch viele offene Ausbildungsstellen in der Region für den kaufmännischen und den technischen Bereich gibt. Informationen dazu finden Jugendliche auch im Netz: