Velbert : Internationale Lehrerausbildung beginnt

Vertreter des Berufskollegs Bleibergquelle unterzeichneten gestern den Vertrag mit einer niederländischen Universität.

Im Sommer nächsten Jahres startet am Berufskolleg Bleibergquelle „ITEPS+e“, die Internationale Grundschullehrer- und Erzieherausbildung in Kooperation mit der NHL Stenden University Meppel. Ludwig Wenzel, der Schulleiter des Berufskolleg, empfand es als besondere Ehre, dass Klaas Wybo van der Hoek von der niederländischen Universität zur Bleibergquelle kam, um mit deren Geschäftsführer Markus Berg den endgültigen Kooperationsvertrag zu unterschreiben.

„Wir glauben, der internationalen Erziehung gehört die Zukunft“, so der Niederländer, der auf die vielfältigen internationalen Beziehungen großer und kleiner Firmen verwies, denen auch deren Mitarbeiter folgen. „Wir laden Studenten ein, die Welt kennen zu lernen“, so van der Hoek, der daran erinnerte, dass sein Haus vor vier Jahren mit der Idee von ITEPS bei der holländischen Regierung vorstellig wurde.

Der doppelte Abschluss hat
eine besondere Bedeutung

Studienleiter Wolfgang Scheffler betonte vor der Unterzeichnung die Bedeutung des doppelten Abschlusses: „Die Absolventen erhalten die Kompetenzen für Englisch und Frühpädagogik, dazu interkulturelle und sozialpädagogische Kompetenz. Arbeitsfelder sind neben internationalen Schulen in Deutschland und weltweit auch normale staatliche Schulen. Eine Tätigkeit als Englischlehrer in der Erwachsenenbildung ist ebenso denkbar, wie Erzieher in einer Kindertagesstätte oder der Jugendbildung.“

Voraussetzung für ein solches Studium ist das Abitur oder ein vergleichbarer Abschluss, eine pädagogische Vorerfahrung und Englisch auf B 2-Level, Englisch ist Unterrichtssprache. Die ersten Jahren zwei Jahre finden in Velbert statt, dazu gehört zweimal ein zehnwöchiges Praktikum. Der zweite Teil wird im niederländischen Meppel sein, wo selbstverständlich weiterhin in Englisch unterrichtet wird.

Maximal 30 Studierende können das neue Angebot nutzen

Neben weiteren Praktika steht am Ende die Bachelorarbeit mit der Abschlussprüfung an. „Es ist ein angenehmes Studienklima und es ist sehr praxisorientiert“, wirbt Markus Berg für das neue Angebot“, das maximal 30 Studierende nutzen können. Daneben weist er auf den Unterschied zu bisherigen Lehrerausbildung in Deutschland hin: „Der Schwerpunkt liegt zu 80 Prozent auf der Pädagogik. Inzwischen bemängeln viele deutsche Grundschullehrer, dass sie nicht wissen, wie man mit Kindern umgeht.“ Schulleiter Wenzel freut sich: ,„Erste Bewerber sind so da.“ Er führt mit den Interessenten ein ausführliches Beratungsgespräch, gefolgt von einem Assessment, im dem auch Mathematik gefordert wird. Er nimmt die Angst vor dem oft ungeliebten Fach: „Man sollte alles bis zu Prozentrechnung beherrschen.“ Während in Deutschland keine Studiengebühren anfallen, werden in Holland rund 2000 Euro jährlich fällig. „Eine Unterstützung durch das Erasmus-Programm ist möglich“, stellt Schulleiter Wenzel fest, der für das neue Angebot plädiert. Er sagt: „Man lernt weltweit Schulen kennen, man wird weiter in seinem ­Denken.“