Bergische Diakonie: „Fusion hat auf Forensik keinen Einfluss“

Bergische Diakonie: „Fusion hat auf Forensik keinen Einfluss“

Die Bergische Diakonie plant weiter für den Fall, dass das Land das Gelände in Aprath auswählt. Das Zusammengehen mit Velbert sei davon unabhängig.

Wülfrath. Ist die Zeit reif für die Forensik-Entscheidung? Wenn es nach Pfarrer Jörg Hohlweger (Bergische Diakonie Aprath, BDA) geht, „sind es nur noch Kleinigkeiten, die noch geprüft und geregelt werden müssen“.

In der vergangenen Woche hat die BDA bekanntgegeben, dass sie im kommenden Jahr mit der Diakonie Niederberg fusionieren will (WZ berichtete). Eine Auswirkung auf das Forensik-Ansiedlungsverfahren habe das nicht, betont Hohlweger: „Bei der Fusion geht es vor allem um die Arbeitsfelder in Velbert. Die Forensik betrifft das BDA-Areal am Oberdüsseler Weg.“

Ende 2012 hatte die BDA dem Land NRW die Flächen auf dem Aprather Gelände für die Errichtung einer forensischen Klinik im Landgerichtsbezirk Wuppertal angeboten. Eigentlich sollte die Entscheidung — zur Debatte stehen auch zwei Grundstücke in Wuppertal — schon im März dieses Jahres getroffen werden. Nun ist es längst nicht sicher, dass in diesem Jahr überhaupt noch eine definitive Aussage getroffen wird.

Ein Aspekt, der aus Wülfrather Sicht eine wesentliche Rolle spielt: Wo kann und würde die BDA ihre Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe unterbringen, sollte das Land sich für den Standort in Aprath entscheiden? „Die erste Wahl ist Wülfrath. Wir sind bei der Stadt im Wort. Wülfrath soll nicht geschädigt werden, indem zum Beispiel Arbeitsplätze wegfallen“, bekräftigt Hohlweger.

Hat die BDA denn inzwischen ausreichend Quartiere, zum Beispiel für die Förderschule und Wohngruppen, gefunden? Laut Hohlweger ist man „relativ weit“. Neben der Stadt Wülfrath, mit der man über mögliche Quartiere und Baugrundstücke spricht, seien aber auch andere Partner im Boot. So reiche es nicht, für die Förderschule einen neuen Standort zu präsentieren. „Dazu müssen auch noch andere Stellen beim Land Stellung nehmen“, sagt Hohlweger. Das seien in der Summe aber „eher kleinteilige Fragen, die manchmal mehr Zeit brauchen, als die großen Themen“.

Nach Informationen der WZ haben Stadt und BDA ein weitreichendes Immobilienpaket geschnürt. So könnte die BDA die ehemaligen Räume der Freien Aktiven Schule im Dienstleistungszentrum übernehmen. Auch Teile der Hauptschule Wolverothe stünden zur Nutzung bereit. Teile des Pakets sollen zudem das ehemalige Rheinkalk-Kasino und die benachbarte heutige Zentrale der GWG sein. Denkbar ist demnach auch, dass die BDA einen Teil der Fläche vor dem Dienstleistungszentrum direkt an der Wilhelmstraße erwirbt. Stellungnahmen zu diesen Überlegungen gibt es von beiden Verhandlungsseiten nicht.

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