BDA hat mit Forensik abgeschlossen

Der Rat in Wuppertal wünscht sich indes neue Verhandlungen.

Nein, es gebe keine Verhandlungen und es seien auch keine neuen Gespräche geplant. Das ist die deutliche Aussage der Bergischen Diakonie Aprath (BDA) zum Thema Forensik. Damit klingt es so, als sei die Diskussion um eine Heilanstalt auf dem Gelände der Diakonie endgültig gelaufen. „Wir kümmern uns jetzt darum, das Gelände ohne Forensik zu entwickeln“, sagte eine Diakonie-Sprecherin der WZ.

Dabei hofft Wuppertal genau darauf, dass sich BDA und NRW-Gesundheitsministerium noch einmal an einen Tisch setzen. Der Stadtrat der Nachbarn hat mehrheitlich gefordert, dass die Verhandlungen zwischen Ministerium und Diakonie über einen Forensik-Standort in Aprath neu aufgenommen werden. Implizit kann das nur bedeuten, dass der BDA finanziell entgegengekommen wird. Denn die hatte ja zuletzt nach zwei Jahren der Planung den Verkauf ihres Geländes in Wülfrath überraschend aus wirtschaftlichen Gründen abgelehnt.

Doch dass das Ministerium von sich aus wieder den Kontakt sucht, scheint unwahrscheinlich. Auf eine entsprechende WZ-Anfrage kam folgende Antwort aus Düsseldorf: „Die Entscheidung der BDA wurde uns seitens des Vorstands als abschließend mitgeteilt.“ Ein Spielraum für Verhandlungen sei dabei nicht mehr eingeräumt worden. „Sollte die BDA trotz der am 14. April als final mitgeteilten Absage ein substanzielles Angebot vorlegen, wäre der Landesbeauftragte für den Maßregelvollzug selbstverständlich gesprächsbereit“, so das Ministerium weiter.

Also doch Standort Wuppertal? Nicht, wenn es nach den Nachbarn geht. SPD, CDU und FDP aus Wuppertal schlossen in einem gemeinsamen Antrag das Grundstück an der Müngstener Straße als Standort aus, weil es ungeeignet sei. Als Folgenutzung des Geländes der Bereitschaftspolizei wird eine hochwertige Wohnbebauung favorisiert. Sollten die Verhandlungen mit der Bergischen Diakonie endgültig scheitern, dürfe das nicht zwangsläufig zur Wahl des Standorts Lichtscheid führen, so die Wuppertaler Politiker. Das entscheidet jedoch das Ministerium in Düsseldorf.

Wülfrath scheint nicht ganz aus dem Rennen. In der Stadt erzählt man sich bereits, dass der sogenannte „Zauberberg“ wieder als möglicher Forensik-Standort im Gespräch ist. Das würde zumindest sicherstellen, dass der niederländische Eigentümer die Ruine der Klinik Aprath endlich abreißen lässt. Offiziell möchte derzeit niemand bestätigen, dass das ehemalige Klinikgelände geprüft wird. Auch das Ministerium will die Gerüchte nicht kommentieren.

Nach WZ-Informationen sollen aber bereits Gespräche mit dem niederländischen Investor laufen.

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