Wülfrath : Band „Darius“ brennt ein musikalisches Feuerwerk ab

Die fünfköpfige Gruppe stand bei der WüRG auf der Bühne und begeisterte das Publikum.

Die Amerikaner würden das, was die Jungs von „Darius“ da auf der Bühne abgeliefert haben, „amazing“ nennen. Denn diese fünf Männer zwischen 40 und 50, die sich am Tag zuvor das erste Mal nach zwei Jahren wieder zusammengefunden haben, bieten musikalisch, soundtechnisch und showmäßig ein grandioses Feuerwerk an selbstgeschriebenen und gecoverten Rockstücken. Selbst die ganz großen Profis in der Musikszene hätten es schwer, das zu toppen.

Rund 100 Besucher zwischen 20 und 70 Jahren waren am Samstag ins WüRG-Haus gekommen, eingefleischte Fans, ziemlich beste Freunde, Schwestern, Töchter, Eltern der Musiker. Man kennt sich, ist eine große Familie, schließlich sind die Jungs von „Darius“ die Lokalmatadore von einst. Und „Darius“ ist die Band, der Wülfrath einen Namen als Musikerstadt auch außerhalb des Bergischen Landes zu verdanken hat.

Hat sie nicht schon 1997 die kanadische Rockband „Saga“ als Vorgruppe auf Tour begleitet? Und so feiern all die Besucher euphorisch die Reunion der Band für einen Abend (alle zwei Jahre) und das ist nur möglich, weil Keyboarder Sven Martin aus Los Angeles anreist und sich die anderen vier ihre vielen anderen musikalischen Projekte für diesen einen Moment vom Leib halten, um als alte enge Freunde mit gemeinsamer künstlerischer Vergangenheit erneut zu verschmelzen.

Dirk „Bovie“ Bovensiepen ist ein Exzentriker, ein drahtiger, kraftvoller Sänger mit einem Habitus, der an eine Mischung aus Mick Jagger, Steven Tyler und tatsächlich ein bisschen David Bowie erinnert. Ein wenig unnahbar wirkt er, wohl wissend, dass er das, was er da tut, ziemlich gut kann. Tom Müller tropft der Schweiß von der Glatze, als er im Rockduell mit dem dynamischen Schlagzeugspiel von Markus Arnrich den Bass slappt wie es nur Profis verstehen.

Dieser Progressive Rock macht dem Genre alle Ehre

Keyboarder Sven Martin ist eh ein ganz Großer seines Fachs und Gitarrist Lutz Grosser, der in die riesigen Fußstapfen seines verstorbenen Vorgängers Markus Getta treten muss, macht das mit Bravour. Es ist Progressive Rock, der seinem Genre alle Ehre macht. Die eigenen Stücke von Darius sind anspruchsvolle Kompositionen, entwickeln sich im Stück fortlaufend weiter ohne unzählige Wiederholungen von Riffs und Refrains, wie ein Buch, das aus vielen Kapiteln besteht. Und wenn die Musiker covern, dann so, dass sie den Songs wie „Heroes“ von David Bowie oder „Rebell Yell“ von Billy Idol ihre ganz eigene Note verpassen. Weihnachten kann kommen – „Darius“ hat es eingeläutet.