Ausstellung setzt Zeichen gegen Gewalt

„Rosenstraße 76“ thematisiert häusliche Gewalt. An der Halfmannstraße 24 wurde eigens eine Wohnung eingerichtet, in der reale Fälle an Schautafeln festgehalten sind.

Wülfrath. Häusliche Gewalt ist das Thema der interaktiven Ausstellung „Rosenstraße 76“, die im Rathaus eröffnet wurde. Sie findet im Rahmen der Woche gegen Gewalt statt, die vom 9. bis 14. Oktober terminiert ist. Den Organisatoren geht es darum, präventiv mit dem allgegenwärtigen und vielschichtigen Problem umzugehen. Die Adresse ist fiktiv, aber an der Halfmannstraße 24 wurde eigens eine komplette Wohnung eingerichtet, die besichtigt werden kann. Dort sind hinter einer schönen Fassade an Schautafeln Beispiele von häuslicher Gewalt niedergeschrieben, die — natürlich an anderer Stelle - so tatsächlich passiert sind.

Ausstellung setzt Zeichen gegen Gewalt

Andreas Seidler (CDU), stellvertretender Bürgermeister

„Es ist schön, dass es die Ausstellung gibt, aber sie hat einen ernsten Hintergrund“, sagte der stellvertretende Bürgermeister, Andreas Seidler (CDU), bei der Eröffnung. Den gab es in Wülfrath im Jahr 2010 in der Ellenbeek. Andreas Seidler erinnerte daran, dass damals einige besonders schwere Fälle von häuslicher Gewalt stattgefunden haben.

Als Reaktion wurde eine Expertenrunde gegründet, die es zur Aufgabe hatte, eine gemeinsame Plattform zur Gewaltprävention zu erarbeiten. Zur unter Leitung von Bürgermeisterin Claudia Panke tagenden Runde gehören Vertreter der Kreispolizeibehörde, der evangelischen und katholischen Kirchengemeinden, des islamischen Vereins, des Sozialdienstes katholischer Frauen und Männer (SKFM), des Caritasverbandes sowie von verschieden Fachdezernaten der Stadtverwaltung. Die Expertengruppe tagt nach wie vor regelmäßig.

Eva-Maria Düring, SKFM-Bereichsleitung Familie und Frauen im Kreis Mettmann, berichtete von einer vor Jahren von der damaligen Bundesregierung in Auftrag gegebenen, repräsentativen Umfrage, die ergeben hatte, dass 25 Prozent aller Frauen bereits häusliche Gewalt erlebt haben. „Das betrifft alle Gesellschaftsschichten, ist nicht abhängig vom sozialen Status“, sagte Düring.

Außerdem gebe es viele verschiedene Formen der Gewalt, physische, psychische, sexualisierte, ökonomische oder digitale. Bei Letzterem zum Beispiel, wenn Nacktfotos von Ex-Partnerinnen im Internet veröffentlicht werden. Im Kreis Mettmann hat es nach Angaben von Eva-Maria Düring alleine im vergangenen Jahr rund 600 Fälle von häuslicher Gewalt gegeben. Und das sind nur jene, die auch registriert wurden. Die Dunkelziffer liegt vermutlich erheblich höher. Der SKFM berät betroffene Frauen, der Opferschutz der Polizei Männer.

In der Wohnung an der Halfmannstraße 24 gibt es die Möglichkeit, an öffentlichen Führungen, die Mitglieder des SKFM durchführen, teilzunehmen. Sie werden angeboten am Samstag, 30. September, um 10.30 Uhr, am Mittwoch, 4. Oktober, um 17 Uhr, am Freitag, 6. Oktober, um 17 Uhr, am Samstag, 7. Oktober, um 10.30 Uhr, am Donnerstag, 12. Oktober, um 12 Uhr sowie am Freitag, 13. Oktober, um 17 Uhr. Die Dauer einer Führung beträgt etwa eine Stunde. Begleitete Führungen für Gruppen werden nur nach einer Anmeldung beim SKFM, Neanderstraße 68-72 in 40822 Mettmann oder im Internet, angeboten.

interventionsstelle@skfm- mettmann.de