Ausstellung: Malerin Birgit Bötzer aus Wülfrath ist fasziniert von Gesichtern

Wülfrath : Wülfrather Malerin Birgit Bötzer stellt ihre Kunstwerke aus

„Bunte Vielfalt in Form und Farbe“ ist in Mettmann zu sehen.

Schon seit frühester Jugend nahmen Farben und Formen sie gefangen, aber nach einer Ausbildung zur Schaufenster-Gestalterin bei einem Modehaus in Barmen, Eheschließung und der Geburt ihrer drei Kinder fand die gebürtige Wuppertalerin Birgit Bötzer zunächst ihren Lebensschwerpunkt in der Familie. Dann, ab 1986, war Zeit für ihre Passion, und sie studierte in Köln und Düsseldorf zeitgenössische Malerei und Illusionsmalerei – damit war ihr weiterer Lebensweg vorgezeichnet. Sowohl an einer Grundschule in Wuppertal als auch in Wülfrath-Ellenbeek unterrichtet die begeisterte Künstlerin die Schüler in Kunst-Arbeitsgemeinschaften.

Auch bei der Wülfrather Volkshochschule gehören ihre Aquarell- und Acrylkurse zum langjährigen Standardprogramm. Offensichtlich unterrichtet sie mit Erfolg und großer Freude, denn ihre Schüler halten ihr schon über viele Jahre die Treue.

Antlitze aus aller Herren Länder bringt sie auf die Leinwand

Auffallend sind bei Birgit Bötzers Bildern immer wieder ganz ausdrucksstarke Gesichter. Antlitze aus aller Herren Länder, sowohl fernöstlicher als auch der griechischen Mythologie oder der römischen Epoche entliehen. Die Street Art hat es ihr angetan, und sie verwebt Historie mit der Moderne: Poseidon mit eindrucksvollem Rauschebart, ein junger Römer, inspiriert von Michelangelos David. Buchstaben und Zahlen, irgendwie ins Bild geschmuggelt, verweisen auf die Street Art. Ganz bewusst verwendet Birgit Bötzer keinerlei Titel. „Ich möchte, dass der Betrachter meine Bilder lesen lernt und nicht durch einen vorgegebenen Titel eingeschränkt wird“. Und so kann man seiner Fantasie freien Lauf lassen: Da steht man vor einem bunten Explosivgeschoss und denkt prompt an einen Vulkanausbruch. Oder ein riesengroßer Wasserfall rast auf schäumende Gischt zu.

Und immer wieder Gesichter. Ihrem großen Idol hat die Malerin ein Denkmal gesetzt: Salvatore Dali, am geschwungenen Schnurrbart ganz gut auszumachen, an dem sich die kecke Mickey Mouse festhält. Eine köstliche, spaßige Idee, dem großen Meister augenzwinkernd zu folgen.

Auf die Frage, ob sich ihr Talent vererbt habe, strahlte die Malerin: „Ja, meine sechsjährige Enkeltochter malt mit großer Begeisterung“. Und wenn die Oma ins ziemlich weit entfernte Grömitz zu Besuch kommt, dann ist Malstunde.

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