Aus dem Wasserturm wird ein Fass

Im nächsten Jahr wird der Wasserturm durch einen viel niedrigeren aber breiteren Neubau ersetzt.

Wülfrath. Nein, die Straße werde künftig nicht „Am Wassertürmchen“ heißen, sagt Michael Gallinat mit einem Schmunzeln, „auch wenn der künftige Wasserbehälter alles andere als ein Turm sein wird“, fügt der Geschäftsführer der Stadtwerke hinzu.

Im Oktober 2012 soll der Ersatz des heutigen Wasserturms auf Maushäuschen in Betrieb genommen werden — dann mehr in Form eines überdimensionalen Fasses als eines Turms.

Zu Beginn des Jahres soll der Turm abgerissen werden. Rund 1,5 Millionen Euro werden die Stadtwerke investieren. Über das Vorhaben hatten Gallinat und Kollegen Dienstagabend Anwohner informiert.

„Wir wollen die Leute mitnehmen und offensiv erklären, was wir vorhaben — in welchen Bauphasen wir planen“, so Gallinat im Pressegespräch. Das sei auch nötig, um Verständnis einzuwerben. „Denn Belästigungen wird es geben. Dass es ohne Dreck und Lärm abgehen könnte, ist eine Utopie“, sagt Gallinat, der die Information an die Bürger „durchaus auch als Einladung zu Kritik versteht“.

Große Kritik an der Maßnahme mussten die Stadtwerke nicht hören. Bedenken, was den Verkehr angeht und auch den Schutz der Bäume, „haben wir angenommen. Da werden wir in den weiteren Planungen genau hinsehen“.

Bis zum Abriss des Wasserturms in Januar oder Februar laufen laut Gallinat viele Arbeiten im Verborgenen. So wird in den Pumpenkeller des zehn Jahre alten Doppelwasserbehälters eine Druckerhöhungsanlage eingebaut, „damit wir unter anderem eine Druckzonenausweitung herbeiführen können“, sagt der Geschäftsführer. Der obere Flehenberg wird davon zum Beispiel profitieren, aber auch ein Neubaugebiet im Bereich Hundertwassersiedlung.

Zu diesem Zweck, kündigt Gallinat an, werden im Bereich Ellenbeek unter anderem neue Rohre verlegt. „Das sind aber immer nur kurze Bauzeiten“, betont er. Der Umbau der Elektrotechnik im Doppelbehälter und ein Umbau der Pumpenanlage sind weitere Tätigkeiten, die bis zum Abriss beendet sein sollen. Die Aufträge dazu sind erteilt.

„Mit einer Art Zange wird der Wasserturm schließlich von oben nach unten regelrecht abgeknabbert“, skizziert Gallinat das Vorgehen. Dabei wird das Gebäude ummantelt. Auch soll ein Wasservorhang die Beeinträchtigung durch Staub minimieren.

In zwei Tagen soll der Wasserturm niedergelegt sein. „Insgesamt zwei Wochen dauert es, dann ist das Grundstück besenrein“, so Gallinat. Dann wir der neue Behälter aufgerichtet.

Mit Tiefladern werden die Betonelemente angeliefert. „Wir wollen es so organisieren, dass immer nur ein Fahrzeug in der Siedlung ist. Über Funk werden dann die nachfolgenden Fahrzeuge angefordert“, betont Gallinat.

Denn Sicherheitsaspekte spielen eine wichtige Rolle — zum Beispiel mit Blick auf den Schulweg. Exakte Pläne werde man mit dem Ordnungsamt abstimmen. Gallinat: „Auch da bleiben wir im Gespräch.“

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