Aus dem Brunnen wirds diesen Sommer nichts

Eigentlich sollte das Wasser längst sprudeln, doch das Vorhaben verzögert sich weiter.

Neviges. Es ist ein tristes Bild, dass sich einem in Neviges in der Straße Im Orth bietet. Die Brunnenanlage ist immer noch außer Betrieb. Dabei wäre es jetzt gerade bei dem Sommerwetter für viele eine Wonne, sich dort ein wenig erfrischen zu können. Das ist auch die Meinung vieler Nevigeser, die sich fragen, wann es endlich mit dem Umbau des Brunnenplatzes losgeht.

Der Verein Kinderstadt hat bekanntlich den Anstoß für einen neuen Brunnen gegeben, der besonders für Kinder ein Anziehungspunkt sein soll. Der Nevigeser Fotograf und Künstler Reiner de Bruyckere hat ihn entworfen. Sein "Navigisa"-Brunnen ist ein interaktiver Wasserspielplatz mit einem stilisierten Schloss Hardenberg in der Mitte und Wasserwegen darum herum.

Doch wann das Wasser tatsächlich sprudelt, ist unklar - und abhängig von den Planungen zum Umbau des Platzes insgesamt. Unter der Straßenoberfläche müssen Wasserversorgung und Technik erneuert werden, die vorhandenen Hochbeete kommen weg. Dass die Maßnahme, die von den TBV durchgeführt wird, so umfangreich wird, war ursprünglich nicht so vom Verein Kinderstadt Neviges geplant.

Dieser will den Brunnen selbst aus Spendengeldern finanzieren. "Aber aus dem kleinen Projekt, den Brunnen neu zu bauen, ist dann auf einmal nach Gesprächen mit der Stadt eine komplette Innenstadtsanierung geworden," erklärt Christiane Windgasse, Vorsitzende des Vereins. "Und das nimmt halt mehr Zeit in Anspruch."

Sie jedenfalls sei zurzeit in Verhandlungen mit Anbietern für die Bronzeplatte, die den oberen Teil des Brunnens zieren soll. Sollte es zu einem Vertragsabschluss kommen, dann könne die Bronzeplatte innerhalb von sechs bis acht Wochen geliefert werden. Und wenn die Stadt dann noch ihre Ausschreibungen veröffentlicht hat, dann gebe es eine reale Chance, dass noch in diesem Jahr mit dem Bau begonnen werden kann, heißt es jetzt. Eigentlich war die Baumaßnahme bereits für dieses Frühjahr vorgesehen gewesen.

Bei der Stadt jedenfalls will man sich auf keinen genauen Termin festlegen. Pressesprecher Hans-Joachim Blißenbach: "Die Planungen haben viel Zeit in Anspruch genommen. Und jetzt muss erst ein Leistungskatalog erstellt werden, damit klar ist, was überhaupt gemacht werden soll und zu welchem Preis." Dass die Erstellung eines Leistungskatalogs so lange dauert, habe damit zu tun, dass viele andere Beteiligten bei dem Projekt mit "im Boot" seien und auch ein "Wörtchen mitzureden haben".

Mehr von Westdeutsche Zeitung