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Velbert: Auf der Bühne wird der Traum vom Menschen Wirklichkeit

Velbert : Auf der Bühne wird der Traum vom Menschen Wirklichkeit

Schauspiel „Hämon und Antigone“ des Nevigeser Autors packte.

„Als ich Kind war, habe ich in der vierten Reihe im Innenblock gesessen.“ Johannes Demmer kann sich noch ganz genau daran erinnern, wo der Nevigeser Schüler des Langenberger Gymnasiums im Alter von zehn Jahren gesessen hat, als er zum ersten Mal das griechische Drama „Antigone“ im Bürgerhaus gesehen hat. Der Stoff hat den heute 76-jährigen, pensionierten Juristen nicht mehr losgelassen. Er verfasste selber ein Stück mit dem Titel „Hämon und Antigone – der Traum vom Menschen“, das sich vom ursprünglichen Inhalt des antiken Dichters Sophokles deutlich unterscheidet.

Im Mittelpunkt stehen zwei konsequente junge Menschen

Im Gegensatz zum klassischen Stoff stellt der Nevigeser Autor zwei junge Menschen dar, die das, was sie für richtig halten, auch tun und sich selbst verwirklichen. Während beim griechischen Klassiker der Herrscher Kreon Herr über das Geschehen ist, lässt der Nevigeser Autor den thebanischen Gebieter zum Werkzeug von Hämon und Antigone werden und zeigt deren Liebe, die sich erfüllt.

Auf die Bühne gebracht wurde das Schauspiel durch die Regisseurin Martina B. Mann, deren Inszenierung zwar durchaus in sich geschlossen war und auch dem Zeitgeist entspricht, in der aber die Sprache nicht den ihr gebührenden Rang erhielt, wie Johannes Demmer kritisierte. „Insbesondere kam die Versform des Textes nur angedeutet zum Tragen. Befremdlich wirkte, dass der Schlusshymnus der Ismene nicht von der Schauspielerin vorgetragen wurde, sondern vom Tonträger kam.“

Lob hatte der Autor allerdings für alle Darsteller, besonders für Ismene, die alle in ihren Bann zog. Die Schauspieler kamen in dem Bühnenbild intensiv zur Geltung. Bühnenbild und die Beleuchtung fielen positiv auf: Sie waren wie gewünscht hell und licht. Schwierig war die Beschaffung der Säulen. „Das Bürgerhaus verlangt zu Recht einen Brandschutznachweis, schließlich wurde man nach einigem Suchen bei einem Verleiher fündig.“

Johannes Demmer freute sich besonders, dass viele junge Leute in die beiden Aufführungen kamen. „Ihre Äußerungen zeigten, wie sehr sie beeindruckt waren. Eindrucksvoll war das atemlose Schweigen der Zuschauer nach der Pause. Zehn bis Elfjährige waren fasziniert, die Leute waren innerlich gepackt. Viele ältere Zuschauer haben mir gesagt, sie hätten mit Tränen in den Augen dagesessen. Wichtig ist mir, dass zwar Träume nicht Wirklichkeit sind, dass aber die Erinnerung an den Traum Wirklichkeit ist“, so das Resümee von Johannes Demmer, der sich sicher ist, dass Kinder, die diese Aufführung sahen, sich noch in 20 Jahren daran erinnern werden, so wie er es kann.