Auf dem Pferd gibt’s keine Langeweile

Kinder sind jetzt im Rahmen des Ferienspaßes auf Tuchfühlung mit den Tieren gegangen. Ein Angebot, das ihnen große Freude gemacht hat.

Auf dem Pferd gibt’s keine Langeweile
Foto: Simone Bahrmann

Mit Unterstützung ihrer Freundin Maja steigt die elfjährige Anna in den Sattel von Pony Else. Von Maja an der Trense geführt, setzt sich die gutmütige Stute auf dem Reitplatz des Thünershofs in Bewegung, während Anna sich an die ersten Schritte auf einem Pferderücken gewöhnt: Die Freundinnen aus Neviges gehören zu einer Gruppe von 16 Kindern im Alter von sechs bis zwölf Jahren, die im Rahmen der städtischen Aktion „Ferienspaß für Kids“ am Schnuppertag auf dem Pferdehof teilnehmen und offensichtlich großen Spaß an der Sache haben.

Corinna Doll, Inhaberin des Thünershofs

„Wir wollen Kindern den Umgang mit Pferden ermöglichen, die sonst keine Möglichkeit dazu haben“, sagt Corinna Doll: „Gerade Stadtkinder haben in der Regel keinen Kontakt zu Tieren.“

Die Inhaberin des Hofes beteiligt sich bereits zum dritten Mal am Ferienprogramm der Stadt, hat neben dem komplett ausgebuchten Schnuppertag auch eine ganze Schnupperwoche angeboten.

Erfahrungsgemäß sind die Mädchen in der Überzahl, mit dem siebenjährigen Miguel befindet sich dieses Mal sogar nur ein einziger Junge in der Runde.

Nach einem Rundgang über den Hof hat Pferdewirt Michael Neumeier der Gruppe eine Sicherheitseinweisung gegeben: „Nicht rennen, nicht kreischen — das ist ganz wichtig, denn Pferde sind Fluchttiere“, erläutert Doll.

Mit dem Putzzeug werden die Ponys gebürstet, auf denen die Kinder später reiten werden. Insgesamt stellen 16 Pferde vom Shetlandpony bis zum deutschen Warmblut mit Stockmaßen von 88 bis 180 Zentimeter die tierische Belegschaft.

Nach dem Satteln und Anlegen des Zaumzeugs geht es aus dem Stall hinauf auf den Reitplatz. Aufgestiegen und geführt wird immer von links, lernen die jungen Reiterinnen: „Das macht man seit den Zeiten der Ritter, weil die ihr Schwert in der Regel auf der linken Seite trugen“, erklärt Neumeier - anders wäre die Waffe im Weg gewesen.

Für die meisten Kinder, die dabei sind, ist es das erste Mal, dass sie auf einem Pferd sitzen. Andere wie die zehnjährige Natascha nutzen jede Gelegenheit, in den Sattel zu kommen: „Ich reite manchmal auf dem Hof meines Onkels. Sie hat wie Maja aus Neviges schon im Vorjahr an dem Schnuppertag teilgenommen.

Inzwischen machen die Kinder einige Übungen, um Sicherheit auf dem Pferderücken zu gewinnen: Den Hals des Tieres umfassen, die Arme kreisen lassen, die Hände hinter dem Sattel abstützen — die Pferde sind alle von ruhigem Charakter und lassen sich nicht so schnell aus der Ruhe bringen: „Pferde sind sehr soziale Tiere, sie merken sofort, wie ein Mensch drauf ist“, erklärt der Pferdewirt Michael Neumeier.

Zwischendurch wechseln sich die Kinder im Sattel ab, und die Zeit bis zum Mittag vergeht wie im Flug.

Maja würde gern öfter kommen und mehr mit Pferden machen: „Ich fürchte, dafür habe ich nicht genug Zeit“, bedauert die Elfjährige, deren Freizeit bereits mit Tanz, Ballett und Geige spielen gut ausgefüllt ist.

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