„Asse“ klären über Sicherheit auf

Bessere Sichtbarkeit im Straßenverkehr, Schutz vor Diebstahl oder Trickdieben — das sind die Ziele des Aktionsbündnisses.

Neviges. „Wo haben Sie ihre Geldbörse?“ „In der Gesäßtasche.“ „Da ist sie nicht sicher, besser stecken sie das Portemonnaie in die vordere Hosentasche“, rät Annelise Brembeck einem Passanten, der sich gestern an dem Stand des Aktionsbündnisses Seniorensicherheit (ASS!) auf dem Wochenmarkt informieren wollte. Es sind mitunter solche kleinen Tipps, mit denen die ehrenamtlichen Sicherheitsberater die älteren Mitbürger vor Taschendiebstählen, Trickbetrug und -diebstahl sowie vor Einbruch schützen wollen.

Gerad Bruckmann, Mitglied der Asse

Nicht nur auf der Straße werden Senioren zu Opfern von Gaunern, sondern auch in den eigenen vier Wänden. Da gibt es Anrufe von Personen, die sich als polizeiliche Ermittler ausgeben, um vor bevorstehenden Straftaten zu warnen. Diese falschen Polizisten bieten an, vorbei zukommen, um Wertsachen in sichere Verwahrung zu nehmen.

Mehr als 50 Straftatversuche nach diesem Muster wurden der Polizei im Kreis Mettmann in den vergangenen Tagen von älteren Mitbürgern gemeldet, davon allein mehr als 30 Fälle aus Velbert. „Das macht schon ein bisschen stolz, dass die Leute durch unsere Arbeit auf solche Sachen aufmerksam werden und sich sofort bei der Polizei melden - oder es war einfach nur Zufall“, meint Helmuth Spathmann von den „Assen“.

Aber es gibt noch viel zu tun: „Auf den Enkeltrick fallen immer noch welche rein“, weiß Gerda Bruckmann. Die Masche ist immer noch aktuell. Die Ehefrau eines Nevigesers, der seinen Namen nicht nennen wollte, erhielt kürzlich einen Anruf von der angeblichen Schwiegertochter. „Ja weißt Du denn nicht, wer ich bin“, hatte die Anruferin gefragt. Helmut Spathmann riet dem Senior, gleichzeitig, die Sicherheit von Türen und Fenstern überprüfen zu lassen.

Das Aktionsbündnis, das von Polizeioberkommissarin Susanne Wulf und dem Polizeihauptkommissar Detlef Friese unterstützt wird, berät daneben über Sicherheit im Verkehr. Anneliese Brembeck schnitt mit einer Schere reflektierende Folie von einer großen Rolle ab und verteilte sie an die älteren Besucher des Wochenmarktes.

„Da werden Rollatoren vor sich hergeschoben, wenn da nichts Reflektierendes dran ist, wird es in der Dunkelheit super-gefährlich.“

Während an Kinderkleidung inzwischen sehr viele rückstrahlende Elemente vorhanden sind, sind Senioren häufig in dunklen Sachen unterwegs und werden von Autofahrern zu spät erkannt. „Helle Kleidung und Zebrastreifen nutzen, das ist für Senioren wichtig, um sicher durch den Verkehr zu kommen“, so der Rat der „Asse“.

Ältere Menschen sind nicht nur als Fußgänger unterwegs, sondern auch auf dem Fahrrad. Die mit einem Elektromotor versehenen Pedelecs werden dabei immer beliebter. Dabei wird der Antrieb häufig unterschätzt, vor allem von Menschen, die ihr Leben lang immer nur selbst in die Pedale getreten haben. Kommt es zu einem Sturz, schützen Fahrradhelme den Kopf.

Zur Mobilität im Alter gehört auch das Autofahren, auch dafür haben die Experten Tipps: Zum Beispiel sollte man sich nur hinters Steuer setzen, wenn man wirklich fit ist.

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