Andreas Seidler wieder im Vorstand

Zusammen mit Christian Schölzel bildet er die Doppelspitze beim CDU-Stadtverband.

Wülfrath. Eine faustdicke Überraschung präsentierte Vorsitzender Christian Schölzel bei der Jahreshauptversammlung des CDU-Stadtverbandes in der Gaststätte „Akropolis“. Er schlug bei der nötig gewordenen Nachwahl des stellvertretenden Vorsitzenden — Patrick Dahm wird sich auf die Junge Union und seine Ratsarbeit konzentrieren — mit Andreas Seidler seinen Vorgänger im Amt vor. Andreas Seidler hatte den Vorsitz 14 Jahre innegehabt und vor drei Jahren den Posten für Christian Schölzel geräumt. Dieser sprach mit Blick auf die zukünftige Zusammenarbeit von einer „Doppelspitze“. Sein Kandidat sei „mega-engagiert, habe Mega-Ahnung“. Man passe einfach zusammen. Das kam bei den Zuhörern an. Alle 32 stimmberechtigten CDU-Mitglieder votierten schließlich für Andreas Seidler.

Nach „drei Jahren im Ruhestand“ sei Andreas Seidler erst „aus allen Wolken gefallen“, als Christian Schölzel ihn angesprochen hatte, das Amt zu übernehmen, aber dann habe er die Chancen erkannt. „Zwei Dinge habe ich nicht geschafft, eine Geschäftsstelle zu verwirklichen und alle 16 Wahlkreise bei den Kommunalwahlen zu gewinnen“, sagte Andreas Seidler. Ersteres sei nun erledigt, seit diesem Jahr hat die CDU eine Geschäftsstelle in der Fußgängerzone, aber das Wahlziel bleibt. Zudem möchte der neue Stellvertreter wieder einen Neujahrsempfang der CDU organisieren. „Früher war das ein gesellschaftlicher Termin“, so die Begründung. Auch sollen wieder Umfragen bei Bürgern stattfinden.

Zur Wahl standen auch zwei Beisitzerposten. Thomas Nolde, bis vor einem Jahr CDU-Ratsherr, und IT-Experte Gerrit Dohmeier (31), der die junge Generation der CDU vertritt, wurden gewählt.

In seinem Rückblick auf das nun endende Jahr sprach Christian Schölzel von zwei bewegten Wahlkämpfen, der Landtagswahl im Mai und der Bundestagswahl im September, die aus seiner Sicht erfolgreich verlaufen sind. Er hob besonders die Direktmandate von Peter Beyer (Bundestag) und Martin Sträßer (Landtag) hervor. Die beiden Abgeordneten waren bei der Vollversammlung mit von der Partie und berichteten von ihrer Arbeit in den Parlamenten.

Den CDU-Stadtverband bezeichnete Christian Schölzel so: „Wir sind ein konstanter Laden.“ Die Mitgliederzahl sei mit 110 stabil, dennoch solle man sich weiterhin für die Mitgliedergewinnung engagieren. Luft nach oben sieht der Vorsitzende beim Internetauftritt der Partei, der zwar ganz gut sei, an dem aber noch gearbeitet werden müsse. Dass die CDU finanziell ebenfalls gut aufgestellt ist, war dem Kassenbericht von Norbert Albrecht zu entnehmen.

Patrick Dahm verabschiedete sich nach zwei Jahren als Stellvertreter aus dem Vorstand des Stadtverbandes, versicherte aber seine Hilfe, wenn diese nötig sei. Er bezeichnete die neugegründete Junge Union als die „einzige Lobby für Jugendliche in Wülfrath“. Sie sei stark aufgestellt und die Arbeit mache ihm Spaß.

Peter Beyer, der aus Berlin angereist war und noch am selben Abend zurückmusste, dankte für die Unterstützung im Wahlkampf: „ Ihr seid ein geiles Team in Wülfrath“. Der Bundestagsabgeordnete sprach sich mit Blick auf die aktuellen Gespräche gegen Neuwahlen aus. „Man kann nicht wählen, bis es passt. Das muss jetzt gewuppt werden. Dennoch sieht er eine Neuauflage der großen Koalition mit der SPD in weiter Ferne: „Der Glaube daran schwindet immer mehr.“