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Älter werdende Bürger stellen Velberter Politik vor große Herausforderungen

Velbert : Die älter werdenden Bürger stellen die Politik vor große Herausforderungen

Der Ausschuss für Soziales, Familie und Senioren blickt in die Zukunft.

„Wir werden immer älter und dementer, das ist eine große gesellschaftliche Aufgabe. Hinzu kommen immer mehr alleinstehende Ältere. Dieser Ausschuss wird mit der großen Herausforderung betraut, wie wir mit der alternden Bevölkerung umgehen.“ Burghardt Fülling (CDU), Vorsitzender des Ausschusses für Soziales, Familie und Senioren, brennt das Thema der alternden Velberter Bevölkerung auf den Nägeln, wobei die Situation durch die geburtenstarken Jahrgänge verschärft wird. „Mein großer Wunsch ist es, auch Menschen mit Migrationshintergrund einzubeziehen, deshalb strebe ich eine gemeinsame Sitzung mit dem Integrationsrat an.“

Für die nächste Sitzung nach der Sommerpause möchte Fülling, dass die Wohlfahrtsverbände vorstellen, was sie zu bieten haben im Hinblick auf die Tatsache, dass Menschen möglichst lange zu Hause leben wollen und dort eventuell gepflegt werden.

Die seniorengerechte Quartiersentwicklung, die von der Stadt Velbert mit Angeboten für die ältere Generation seit Jahren verfolgt wird, ist da von besonderer Bedeutung. Dazu gehören die Weiterentwicklung der Seniorenbegegnungsstätten, das Demenznetz Velbert, die Entwicklung haushaltsnaher Dienstleistungen und die Förderung des bürgerschaftlichen Engagements. „Der Anteil der Älteren in der Bevölkerung wird steigen, das wird in Velbert ein bisschen höher als im übrigen Kreis Mettmann ausfallen. Das ist ein Trend, der anhält“, bestätigt Valerie Schaps. Die Mitarbeiterin des Kreissozialamtes, die aus statistischen Gründen die Zahlen von Velbert und Heiligenhaus zusammenfasste, sagt einen deutlichen Anstieg der Pflegebedürftigen voraus. Der größte Teil wird zuhause von Angehörigen und ambulanten Pflegediensten betreut. „Je älter, umso mehr steigt die Pflegebedürftigkeit, wobei es sich meistens um Frauen handelt.“

In Velbert gibt es neun Pflegeeinrichtungen mit 882 Plätzen, 102 Tagespflegeplätze und sechs Wohngemeinschaften für ältere Menschen und sieben Seniorenbegegnungsstätten. „Ich denke, damit sind wir gut in Velbert aufgestellt“, so Valerie Schaps. Sie verweist darauf, dass aufgrund des medizinischen Fortschritts die Gruppe der über 80-Jährigen steigen und damit auch Demenz einen höheren Stellenwert bekommen wird. „Wie lange ist die Wartezeit für einen Platz im Seniorenheim“, wollte Birgit Onori (Die Linke) wissen. „Das kann schnell gehen, dann kann aber nicht das gewünschte Heim berücksichtigt werden“, so die Antwort aus dem Kreissozialamt.

78 Flüchtlinge kamen in
zwölf Monaten nach Velbert

Gerno Böll informierte die Sozialausschussmitglieder darüber, dass in den vergangenen zwölf Monaten der Stadt Velbert 78 Flüchtlinge zugewiesen worden sind. „Die eine oder andere angemietete Wohnung haben wir aufgegeben“, erklärte der Sozialdezernent und wies darauf hin, dass die städtische Unterkunft Talstraße 14 freigehalten wird, um Bewohner zu isolieren. „Es ist nicht immer problemlos, wenn man gleich 100 Leute unter Quarantäne stellt.“ Die städtische Unterkunft an der Kuhler Straße in Langenberg werde im kommenden Jahr aufgegeben. Bei den Reihenhäusern an der Siebeneicker Straße ist eine maximale Belegung von 48 Plätzen möglich. „Die werden wir aber nicht erreichen, weil viele Familiengrößen nicht den vorgegebenen Bettenzahlen entsprechen“, erläuterte Norbert Maurer, Abteilungsleiter Asyl.